Politik | Ausland
14.11.2017

Faschismus-Vorwürfe: Polen will gegen Medienberichte vorgehen

Die ausländische Medienberichterstattung über den Unabhängigkeitsmarsch am 11. November soll Konsequenzen haben. Zumindest wenn es nach der polnischen Regierung geht.

Beim diesjährigen am 11. November von rechten Gruppierungen organisierten Unabhängigkeitsmarsch in Warschau wurden von einigen Teilnehmern Transparente mit rassistischen Botschaften gezeigt (der KURIER berichtete). Die Veranstalter stehen deswegen im Kreuzfeuer der Kritik: nationale und internationale Medien kritisierten den Marsch als faschistische Veranstaltung. Dagegen wollen sich jetzt offizielle Stellen zur Wehr setzen.

Stanisław Karczewski, Präsident des Senats, der zweiten Kammer des polnischen Parlaments, äußerte sich im polnischen Radio in der Sendung Sygnały dnia zur ausländischen Berichterstattung: "Es kann nicht zu einer Situation kommen, in der gesagt wird, dass in Polen Faschisten auf der Straße marschiert sind. Das ist eine Lüge, die man bekämpfen muss."

Internationale Empörung riefen vor allem Slogans wie "Alle verschieden, alle weiß", "White Power", und "Weißes Europa" hervor. Karczewski kündigte an, dass Polen mit unterschiedlichen Methoden gegen die Berichte vorgehen wird. Zudem verurteile das Regierungslager das stattgefundene "extremistischen Verhalten" in der Hoffnung, das es zukünftig nicht mehr vorkommt. Seiner Beurteilung nach zeichnet sich eine kleine Gruppe für die "Exzesse" verantwortlich: "Der Marsch war ein Fluss weiß-roter Flaggen und sehr friedlich. Junge Menschen, Familien und Kinder nahmen daran teil."