Fake-News-Attacken gegen Schweden

SWEDEN DEFENSE UNDERWATER ACTIVITY
Foto: APA/EPA/FREDRIK SANDBERG Schwedische Korvette. Moskau will Schweden nicht in der NATO sehen.

Russland wird beschuldigt, mit gezielter Desinformation Stimmung gegen EU und NATO zu machen.

Was haben diese drei Briefe gemein? Ein Schreiben des schwedischen Verteidigungsministers an den Chef eines Waffenkonzerns über schwedische Verkäufe an die Ukraine; ein Brief des schwedischen Oberstaatsanwalts, in dem er die Verhinderungen von Untersuchungen anregt; und ein Brief einer weiblichen IS-Kämpferin an Schwedens Außenministerin Margot Wallström, in dem die Dschihadistin um schwedische Waffen bittet. Genau: Alle drei Briefe sind Fälschungen. Und alle drei, so wie etliche weitere in den vergangenen Monaten in Schweden kursierende Schreiben entstammen obskuren russischen Quellen.

Ob über gefälschte Dokumente, so genannte Fake News oder gehackte Twitter-Accounts – Russland scheint in Schweden einen regelrechten Desinformationskrieg zu führen. Zu diesem Schluss kommt zumindest das renommierte Schwedische Institut für Internationale Beziehungen. Dieses legte nun einen ausführlichen Bericht vor, in dem es die Spuren diverser Falschnachrichten verfolgte. Eine ganze Armee russischer Trolle sei demnach damit beschäftigt, Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung in Schweden zu nehmen. Außerdem griffen die russischen Hacker und Nachrichtenerfinder direkt Journalisten und Akademiker an.

Die gestreuten Falschmeldungen, die überwiegend in den sozialen Medien Schwedens kursieren, verfolgen vor allem zwei Stoßrichtungen: eine mögliche Annäherung Schwedens an die NATO zu verhindern sowie die EU zu diskreditieren.

In Schweden wächst denn auch die Sorge, dass Russland den Wahlkampf im kommenden Jahr beeinflussen könnte. "Wir sollten nicht naiv sein und glauben, dass das bei uns nicht passieren kann", warnte Premierminister Stefan Löfven.

(kurier) Erstellt am
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