Wollen das Weltklima retten: Chinas Premier Li mit Angela Merkel

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Gipfel in Brüssel
06/01/2017

EU und China bilden grüne Klima-Allianz gegen Donald Trump

Demonstrativer Schulterschluss gegen die USA, die aus dem Klimaschutzvertrag von Paris aussteigen könnten.

von Ingrid Steiner-Gashi

Kehren die USA dem Pariser Abkommen den Rücken, steht eine ungewöhnliche Allianz bereit, die Führerschaft im Kampf gegen den Klimawandel zu übernehmen: Die EU und China.

Gemeinsam stellen sich die beiden Wirtschaftsriesen demonstrativ hinter den Klimaschutzdeal und präsentieren heute, Freitag, beim Gipfeltreffen in Brüssel einen Maßnahmenkatalog. Dessen Wegrichtung: die "unumkehrbare Abkehr von fossilen Brennstoffen".

Konkret ist der Aufbau eines Emmissionshandelssystems in China vorgesehen. Dies würde die Industrie zwingen, ihren Treibhausgasausstoß massiv zu verringern. In der EU gibt ein derartiges System bereits. Brüssel bietet dem Reich der Mitte technologisches und legistisches Know-How an.

Geplant ist auch koordinierte Hilfe für die ärmsten Staaten der Welt, um grünere Wirtschaften zu entwickeln. Sie sollen so daran gehindert werden, dem Beispiel der USA zu folgen und aus dem Pariser Deal auszusteigen. Und mehr chinesisch-europäische Kooperation wird es künftig auch bei der Forschung für grüne Innovation geben.

Eine Million Tote durch Luftverschmutzung

Für China, den weltweit größten Emittenten von Kohlendioxid, ist der Kampf gegen Luftverschmutzung und Klimawandel mittlerweile eine Frage des Überlebens. Eine Million Chinesen sterben jedes Jahr an den Folgen der massiven Luftverschmutzung im Land.

Angesichts der Umweltschäden, die langfristig das Wirtschaftswachstum auffressen, hat Peking bereits vor einigen Jahren eine Trendumkehr verordnet. Der Rote Riese soll grüne Supermacht werden, lautet die Vorgabe der chinesischen Führung. Jede zweite Windkraftturbine, die derzeit irgendwo auf der Welt ans Netz geht, steht in China.

Der europäisch-chinesische Schulterschluss im Kampf gegen den Klimawandel wird bereits seit dem Vorjahr verhandelt. Neuen Schub erhielt er nicht zuletzt durch die wachsende Ablehnung des Pariser Abkommens durch US-Präsident Donald Trump.

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