Ein russischer Jet startet vom Flughafen Hmejmim.

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Russland/Syrien
03/15/2016

Erste russische Kampfflugzeuge verlassen Syrien

Am Montag gab Putin bekannt, seine Truppen abziehen zu wollen.

Nach dem ├╝berraschenden Abzugsbefehl von Russlands Pr├Ąsident Wladimir Putin haben die ersten russischen Kampfjets Syrien verlassen. Eine Staffel aus Suchoi Su-34-Bombern und einer Tupolew Tu-154 sei vom St├╝tzpunkt Hmejmim (Hamaimim) in der Provinz Latakia in Richtung Russland abgeflogen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag mit.

Geplant seien einige Zwischenstopps f├╝r Betankung und Wartung, da die Strecke mehr als 5.000 Kilometer lang sei. Nach dem ├ťberqueren der russischen Grenze sollte sich die Staffel aufl├Âsen und jedes Flugzeug in seinen Heimatst├╝tzpunkt zur├╝ckkehren, hie├č es.

R├╝ckkehr nach Russland

Auf der Milit├Ąrbasis Hmejmim bereitete das Personal weitere Flugzeuge f├╝r die R├╝ckkehr nach Russland vor. Soldaten begannen mit dem Verstauen von Ausr├╝stung. Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte angeordnet, den Befehl von Putin umzusetzen. Der Pr├Ąsident hatte am Montag ├╝berraschend einen Abzug des gr├Â├čten Teils der russischen Soldaten aus Syrien von Dienstag an befohlen, dem f├╝nften Jahrestag des Ausbruchs des syrischen B├╝rgerkriegs.

UN begr├╝├čt Entscheidung

UN-Syrienvermittler Staffan de Mistura begr├╝├čte die russische Entscheidung. Putins Ank├╝ndigung am Tag des Beginns neuer Syrien-Gespr├Ąche sei eine "bedeutende Entwicklung". Es bestehe die Hoffnung, das sie sich positiv auf den Verhandlungsprozess in Genf auswirke, sagte der Diplomat. De Mistura hatte die Anfang Februar ausgesetzten Friedensgespr├Ąche am Montag wieder aufgenommen und zun├Ąchst die Delegation der syrischen Regierung getroffen.

Syrische Opposition skeptisch

Vertreter der syrischen Opposition reagierten skeptisch. "Niemand wei├č, was Putin im Kopf hat. Aber die Sache ist die, dass er von vornherein kein Recht hat, in unserem Land zu sein. Geh einfach", sagte Oppositionssprecher Salem al-Meslet. "Wir m├╝ssen abwarten, wie umfassend der Abzug und was der zeitliche Rahmen ist", sagte Monzer Machus, Sprecher des Hohen Verhandlungskomitees (HNC) der Opposition. De Mistura wollte sich am Dienstagnachmittag in Genf mit Vertretern der Regierungsgegner treffen.

Auch nach dem Teilabzug w├╝rden der russische St├╝tzpunkt Tartus und der Flugplatz in Hmejmim bei Latakia weiter betrieben und gesch├╝tzt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Spekulationen, wonach Soldaten bei einer erneuten Versch├Ąrfung der Lage zur├╝ckkehren k├Ânnten, wollte er nicht kommentieren. Einem Moskauer Milit├Ąrexperten zufolge bleiben vorerst etwa 1.000 russische Soldaten in Syrien, darunter Berater.

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Kampf gegen Terrorismus verst├Ąrken

Trotz des Teilabzugs seiner Truppen aus Syrien will Russland den Kampf gegen den Terrorismus in Syrien verst├Ąrken. "Aber daf├╝r ben├Âtigen wir nicht solch ein Truppenkontingent, wie wir es bisher haben", sagte der Leiter des Pr├Ąsidialamts, Sergej Iwanow, am Dienstag in Moskau. Die genaue Zahl der russischen Soldaten in Syrien halten die Beh├Ârden geheim. Das Milit├Ąr werde zudem die n├Âtigen Kr├Ąfte in dem B├╝rgerkriegsland lassen, um seinen Luftwaffenst├╝tzpunkt und seine Marinebasis dort zu sichern. Die Anlagen sollten vom Meer, aus der Luft und am Boden gesch├╝tzt werden, betonte Iwanow. Russland hat auch hochmoderne Luftabwehrraketen vom Typ S-400 in Syrien stationiert.

Obama und Putin einer Meinung

US-Pr├Ąsident Barack Obama begr├╝├čte in einem Telefonat mit Putin den R├╝ckgang der Gewalt in Syrien seit Beginn der Waffenruhe, hie├č es in der Mitteilung des Wei├čen Hauses. Obama habe jedoch auch deutlich gemacht, dass syrische Regimetruppen die Vereinbarung immer wieder unterliefen. Putin sprach sich nach Kremlangaben f├╝r eine enge Zusammenarbeit beider L├Ąnder bei der Beilegung des Konflikts aus. Obama betonte, dass ein politischer Wandlungsprozess n├Âtig sei, um die Gewalt zu beenden. Beide unterstrichen die Wichtigkeit von humanit├Ąren Hilfslieferungen zur Versorgung der Bed├╝rftigen.

Die russischen Luftangriffe in Syrien werden nicht automatisch beendet, wie Kremlsprecher Peskow klarstellte. Details und Zeitrahmen des Teilabzuges werden nach seinen Worten vom Verteidigungsministerium festgelegt. Putin habe seine Entscheidung mit Syriens Machthaber Bashar al-Assad abgestimmt. Moskau ist einer der letzten verbliebenen engen Partner des Regimes in Damaskus.

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