Erdogan: "Traue Assad nicht"

Tayyip Erdogan
Foto: REUTERS Erdogan forderte Medwedew auf, seine Unterstützung für Assad zu beenden.

Der türkische Ministerpräsident widmet sich derzeit den arabischen Krisenherden in Syrien und dem Iran.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Annahme des Friedensplanes des Syrien-Sondergesandten Kofi Annan durch die Regierung in Damaskus als unglaubwürdig zurückgewiesen. "Ich glaube ihm nicht, ich traue ihm nicht", sagte Erdogan über den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Erdogan erinnerte daran, dass Assad mehrmals Reformen versprochen habe, ohne diese Zusagen einzuhalten.

Assads Regierung hatte am Dienstag erklärt, sie sei mit dem Friedensplan des früheren UN-Generalsekretärs Annan einverstanden. Der Plan sieht unter anderem eine Einstellung aller Kampfhandlungen und Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition vor. Erdogan hat in Seoul am Weltgipfel zur atomaren Sicherheit laut Presseberichten auch mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew gesprochen und ihn aufgefordert, Russland solle seine Unterstützung für Assad beenden. Es werde Zeit, dass auch Moskau einsehe, "dass es mit Assad nicht weitergeht", wurde Erdogan zitiert.

Iran bereit zu neuen Atomgesprächen

Am Mittwoch reiste Erdogan mit mehreren seiner Minister aus Seoul in den Iran. Neben der Syrien-Krise und den stark abgekühlten zwischenstaatlichen Beziehungen ist das umstrittene iranische Atomprogramm das wichtigste Thema der Gespräche. Die Türkei hat versucht, den Iran von einem als verhängnisvoll empfundenen Weg der Konfrontation mit dem Westen abzubringen, und bot zuletzt an, als Ort für die nächste Runde der Verhandlungen zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten sowie Deutschland zur Verfügung zu stehen.

Ein Vorschlag, der im Iran offenbar auf fruchtbaren Boden fiel. Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi kündigte am Mittwoch an, dass die seit rund einem Jahr auf Eis liegenden internationalen Atom-Gespräche in rund zwei Wochen wieder aufgenommen werden sollen. Der Ort der Gespräche solle in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden. Die türkische Metropole Istanbul sei "der beste Ort", es gebe aber auch andere Optionen.

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(apa, afp, dpa / ps) Erstellt am
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