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© APA/AFP/ZACHARIAS ABUBEKER

Dutzende Tote bei Massenpanik in Äthiopien
10/03/2016

Dutzende Tote bei Massenpanik in Äthiopien

Auf regierungskritische Proteste folgte eine Massenpanik. Die Zahl der Opfer ist noch unklar.

Bei einer Massenpanik nach regierungskritischen Protesten sind in Äthiopien Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Eine religiöse Zeremonie in Bishoftu, rund 45 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Addis Abeba, wurde am Sonntag Schauplatz von Ausschreitungen. Anhänger der Opposition sprachen sogar von Hunderten Toten.

Die Regierung machte zunächst keine Angaben zu Opferzahlen, bestätigte aber, dass es Todesopfer und Verletzte gegeben hatte. Ein Mitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur berichtete von der Kundgebung von Schätzungen zwischen 50 und 300 Toten. Zu den Feierlichkeiten sollen mindestens zwei Millionen Menschen zusammengekommen sein. Das "Irreechaa" der Menschen in der Region Oromo entspricht etwa dem Erntedankfest.

Steine und Tränengas

Augenzeugen berichteten, dass Teilnehmer Steine auf Sicherheitskräfte geworfen und Parolen gegen die Regierung gerufen hätten. Die Polizei setzte Tränengas ein und schoss mit scharfer Munition in die Luft. Bei dem Versuch, dem Chaos zu entkommen, fielen Menschen in Straßengräben oder sprangen in einen nahegelegen Fluss und ertranken. Zahlreiche Verletzte wurden in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht.

Unruhen begannen 2015

Bei Demonstrationen gegen die Regierung war es bereits in den vergangenen Monaten zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Die Unruhen begannen im November 2015, als die Regierung Ausbauarbeiten von Addis Abeba ankündigte. Die Menschen in Oromo demonstrieren gegen den Ausbau. Kritiker befürchten, das Vorhaben werde zu einer Benachteiligung der ländlichen Bevölkerung in der Region führen.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden bei den brutal niedergeschlagenen Protesten bis Juni mindestens 400 Menschen getötet.

Äthiopien liegt am Horn von Afrika und gilt als einer der ärmsten Staaten der Welt. In dem Land leben etwa 100 Million Menschen. Demonstrationen werden regelmäßig von der autoritären Regierung unterdrückt.

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