Politik | Ausland
06.08.2017

Trump lobt nach tagelanger harter Kritik Justizminister

Der US-Präsident hatte Jeff Sessions in den vergangenen Wochen mit scharfer öffentlicher Kritik in die Enge getrieben. Dieser lehnte Rücktritt aber ab.

Nach tagelanger harter Kritik hat US-Präsident Donald Trump seinen Justizminister Jeff Sessions öffentlich gelobt. Nachdem in Washington viele Jahre lang vertrauliche Informationen an die Medien weitergegeben worden seien, sei es "toll", dass der Generalstaatsanwalt nun dagegen vorgehe, schrieb Trump am Samstag im Onlinedienst Twitter.

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/893969438139191296
Donald J. Trump (@realDonaldTrump

Bei Fragen der nationalen Sicherheit gelte die Devise: "Je härter, desto besser." Trump hatte Sessions in den vergangenen Wochen mit scharfer öffentlicher Kritik in die Enge getrieben. Er bezeichnete seinen Justizminister unter anderem als "sehr schwach" und "angeschlagen". Der Präsident ist erzürnt darüber, dass sich Sessions im März in der Affäre um Russland-Kontakte von Trumps Wahlkampfteam für befangen erklärt und aus den entsprechenden Ermittlungen zurückgezogen hatte.

Sessions lehnte Rücktritt ab

Vor zweieinhalb Wochen hatte Trump diese Wut erstmals öffentlich geäußert. Er warf dem Minister vor, sich ihm gegenüber mit seiner Befangenheitserklärung "extrem unfair" verhalten zu haben. In der vergangenen Woche bezichtigte er Sessions zudem, nicht entschlossen genug gegen die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Medien vorzugehen.

Trotz der beispiellosen Attacken lehnte Sessions einen Rücktritt ab. Am Freitag kündigte er dann an, künftig verschärft gegen die Weitergabe von Informationen an die Medien vorzugehen. Gegen vier Verdächtige wurden seinen Angaben zufolge wegen solcher Informationslecks bereits formelle Anschuldigungen erhoben.

"Das ist kein Urlaub"

Trump hatte das Weiße Haus am Freitag für einen 17-tägigen Aufenthalt in seinem Golfklub in Bedminster bei New York verlassen. Um einen Urlaub handle es sich dabei aber nicht, schrieb Trump am Samstag in einem weiteren Tweet. Er arbeite wegen Renovierungsarbeiten im Weißen Haus nun in Bedminster. "Das ist kein Urlaub", erklärte der US-Präsident. Er nehme weiterhin an Sitzungen teil und erledige Telefonanrufe.

Das Weiße Haus hat Trumps Aufenthalt in Bedminster als "Arbeitsurlaub" bezeichnet und auf Reparaturarbeiten am Heizungs-und Kühlsystem im Weißen Haus verwiesen. Seit seinem Amtsantritt im Jänner hat Trump bereits zahlreiche Wochenenden außerhalb Washingtons in dem Golfanwesen in Bedminster oder in seinem Privatklub Mar-a-Lago in Florida verbracht.