Donald Jr. bringt Vater in weitere Not

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Foto: REUTERS/BRIAN SNYDER Er war’s? Nein, Donald Trump distanziert sich mitnichten von seinem Sohn.

Wikileaks bot im Wahlkampf Hilfe gegen Hillary Clinton an; Trump unterstützte Enthüller mit Tweets.

"Es wird Zeit, Wikileaks als das zu bezeichnen, was es ist – ein nichtstaatlicher feindlicher Geheimdienst, der oft von staatlichen Akteuren wie Russland angetrieben wird." Es ist dieser eine Satz von Mike Pompeo, Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, der illustriert, wie tief der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump in der Russland-Affäre mittlerweile im Schlamassel steckt.

Denn Donald Trump Jr. hat mit dem von Julian Assange geleiteten Enthüllungsportal kollaboriert. Und dieses hat vor der US-Präsidentschaftswahl von russischen Hackern erbeutete E-Mails der Demokraten veröffentlicht und Trumps Rivalin Hillary Clinton geschadet.

Ein Report des Magazins The Atlantic ist inzwischen von Trump Jr., der über seinen Anwalt die Brisanz abstreiten ließ, im Kern bestätigt worden.

Wie diverse Kommunikationsstränge auf dem Kurzmitteilungskanal Twitter belegen, hat Wikileaks versucht, dem Präsidenten-Spross und dessen Vater im Wahlkampf mehrfach zu helfen. So sollte Trump Senior der Plattform seine streng geheim gehaltene Steuererklärung zuschanzen. Die Veröffentlichung via Wikileaks würde die Glaubwürdigkeit des Portals bei der Publizierung der für die Demokratin Hillary Clinton belastenden E-Emails steigern. Außerdem riet Wikileaks Trump dazu, im Falle einer Niederlage die Wahl anfechten zu lassen. Als Entgegenkommen für diverse Informationsweitergaben erwartete Wikileaks, dass Donald Trump sich dafür stark macht, dass Julian Assange US-Botschafter Australiens wird.

Trump eingeweiht

Trump Junior antwortete nicht auf alle Avancen. Aber er weihte hochrangige Mitglieder der Trump-Kampagne wie Steve Bannon, Kellyanne Conway und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in die Angelegenheit ein. Dass er auch seinen Vater persönlich darüber informierte, dass Wikileaks mit Hilfe russischer Daten-Munition, gegen Clinton Stimmung machte, schließen US-Medien aus einer auffälligen zeitlichen Nähe. Im Oktober 2016, wenige Wochen vor der Wahl, hatte Donald Trump bei einer Kundgebung erklärt: "Ich liebe Wikileaks". Kurz danach sickerten für Clinton massenhaft unvorteilhafte E-Mails im Internet durch.

Wikileaks ermunterte Trump Jr., dass er und sein Vater die Enthüllungen durch eigene Kommentare im Internet flankieren sollten, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Prompt twitterte Trump Senior im klagenden Ton, dass die "unehrlichen Medien", die "unglaublichen Informationen von Wikileaks" kaum beachteten. "Alles so unehrlich, das System ist korrupt".

Da Trump Junior im Sommer 2016 in New York mit einer russischen Anwältin zusammengetroffen war, die "Schmutz" über Hillary Clinton angeboten haben soll, rundet sich für die oppositionellen Demokraten das Bild ab: Trump engster Zirkel war aktiv bereit, russische Wahlkampf-Hilfe in Anspruch zu nehmen; sei es direkt oder über den Umweg Wikileaks.

"Das raubt den Atem"

Der frühere CIA-Direktor Michael Hayden erklärte zum Verhalten von Trump Junior: "Das raubt einem den Atem." Trump Jr. sei verpflichtet gewesen, das FBI umgehend von den Indiskretionen Wikileaks’ zu unterrichten. Der 39-Jährige, der zusammen mit seinem Bruder Eric formal das Firmen-Imperium des Vaters führt, muss abseits der Untersuchungen von Sonder-Ermittler Robert Mueller damit rechnen, demnächst erneut vor dem Justiz-Ausschuss des Senats verhört zu werden. Diesmal öffentlich.Wie brisant die neuen Details sind, zeigte gestern eine seltene Absatzbewegung. Vize-Präsident Mike Pence, sonst im Schulterschluss mit Donald Trump und seinen engsten Vertrauten, erklärte, er habe von den Kontakten zu Wikileaks nichts gewusst.

(kurier) Erstellt am
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