Politik | Ausland
01.01.2018

Diese Themen werden 2018 die Weltbühne dominieren

Auch 2018 wird ein politisch spannendes Jahr bleiben. Die folgenden Themen werden die Weltpolitik nächstes Jahr beherrschen.


1. Wettstreit zwischen Iran und Saudi-Arabien

Der Konflikt um die Vorherrschaft in der muslimischen Welt zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Saudi-Arabien wird 2018 vorraussichtlich in die nächste Runde gehen. Die Konflikte in der arabischen Welt nahmen zuletzt die Form von Stellvertreterkriegen zwischen den beiden Regionalmächten zu. Dabei konnte der Iran seine Einflusssphäre ausbauen: In Syrien sitzt Machthaber al-Assad dank Russland und dem Iran wieder fest im Sattel, im Libanon gewinnt die schiitische Hisbollah-Miliz an Macht und im Jemen tobt der Krieg unerbitterlich weiter, ohne dass sich ein Sieger abzeichnet. Sehr zum Missfallen des saudischen Königshauses, das einen Mitspieler in der Region nicht dulden will.

2. Nordkorea und die Bombe

Die koreanische Halbinsel wird aller Vorraussicht nach auch 2018 nicht zur Ruhe kommen. Nachdem die Atomtests Nordkoreas dieses Jahr bereits für zahlreiche Spannungen gesorgt haben, ist ein Ende nicht abzusehen. Im Gegenteil: Wie die jüngsten Raketentests vergangenen Novmber zeigten, macht das nordkoreanische Atomprogramm Fortschritte und die Sorge über die Unberechnbarkeit Pjöngjangs wächst.

Auch die USA sind nicht gerade um Deeskalation bemüht. So drohte US-Präsident Trump persönlich vor der versammelten Staatengemeinschaft mit der "völligen Zerstörung" Nordkoreas. Die Situation bleibt also explosiv.

3. Venezuela-Krise

Die Staatskrise in Venezuela dürfte sich in naher Zukunft weiter zuspitzen. Während das Land immer weiter Richtung Bankrott schlittert, weigert sich Präsident Maduro Macht abzugeben und geht immer repressiver gegen die Opposition vor. Die Inflation soll 2018 2300 Prozent übersteigen, Versorgungsengpässe zählen seit Monaten schon zur Tagesordnung. Zahlreiche Venezuelaner ergriffen bereits die Flucht, im Zuge von Protesten soll es im vergangenen Jahr zu mehr als Hundert Toten gekommen sein.

4. Chinas Expansion

China wird weiter die Rolle einer Weltmacht anpeilen. Mit Prestigeprojekten wie der "neuen Seidenstraße" oder dem "Nicaragua-Kanal" will China seinen Einfluss ausbauen und auf Dauer die USA als Weltmacht ablösen. Damit macht sich Peking nicht nur Freunde: Denn still und leise geht auch der Territorialstreit im südchinesischen Meer weiter. Grund sind die umfangreichen Rohstoffvorkommen in der Region, sowie strategisch wichtige Inseln.

In der Folge wächst die Unsicherheit in Ostasien, sodass die Region aktuell Schauplatz intensiver Aufrüstung ist.

5. Nahostkonflikt

US-Präsident Trump sorgte für erhebliche Verstimmungen, als er im Dezember des Vorjahres ankündigte, die US-Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegen zu wollen. Ausgerechnet jene Stadt also, die schon in der Vergangenheit der Grund für zahlreiche Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern war. Was darauf folgte waren Unruhen in Jerusalem, sowie die seltene Geschlossenheit der islamischen Staatengemeinschaft, die kurz darauf Ostjerusalem als Hauptstadt Palästinas anerkannte. Der Friedensprozess in Nahost ist damit um eine Hürde reicher.

6. Handelskrieg der USA

Nachdem die USA die Handelsabkommen langjährig verhandelte Handelsabkommen wie TTIP und TiSA platzen ließen, und NAFTA einer gründliche Überarbeitung unterzog, bahnt sich bereits die nächste Konfrontation an. Donald Trump pocht auf Strafen gegen chinesische Handelsmethoden um die amerikanische Wirtschaft zu stärken.

7. Zukunft der Europäischen Union

Auch der Europäischen Union steht ein wichtiges Jahr bevor. Nachdem die Union und Großbritannien einen ersten Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen erzielten, steht für 2018 die zweite Phase an.

Ebenfalls von Gewicht wird das Sanktionsverfahren gegen Polen sein. Die Kommission leitete wegen "Gefährdung von Grundwerten", durch die umstrittene polnische Justizreform, erstmals in der Geschichte der EU ein Sanktionsverfahren nach Artikel 7 ein. Rückendeckung erhält Polen von den Visegrád-Staaten, allen voran Ungarn.

8. Kongresswahlen in den USA

In den USA steht Donald Trump eine maßgebliche Bewährungsprobe bevor. Anfang November werden das Repräsentantenhaus und der Senat neu gewählt. Dabei könnten die Republikaner ihre Mehrheiten verlieren, die sie momentan in beiden Häusern halten. Sollte dies der Fall, muss sich Trump auf noch mehr Widerstand einstellen. Die Vorzeichen stehen jedenfalls ungünstig: Derzeit sehen sämtliche Umfragen die Demokraten mit einigem Vorsprung vor den Republikanern.

9. Trumps Russland-Verbindungen

Doch Donald Trump hat noch einen Grund mehr zum Schwitzen. Die Ermittlungen über russische Verbindungen im Wahlkampf 2016 bringen immer neue Erkenntnisse ans Tageslicht. Nachdem Trumps ehemaliger Sicherheitsberater Michael Flynn nun mit den Behörden kooperiert, nehmen die Anschuldigungen immer konkretere Formen an. Sollten sich diese erhärten und auch Trump persönlich in die Affäre verwickelt sein, so könnte es eng für den Präsidenten werden.

10. Der letzte Castro dankt ab

Eine Ära geht zu Ende: Mit Raul Castro wird am 24. Februar 2018 der letzte Castro abdanken. Damit wird an der Spitze Kubas erstmals seit Jahrzehnten kein Mitglied des Castro-Clans mehr stehen. Wer genau auf den Bruder des 2016 verstorbenen Revolutionsführers Fidel folgt, ist aber noch ungewiss. Raul, der das Präsidentenamt 2006 übernommen hatte, wollte ursprünglich schon im Vorjahr abdanken, doch aufgrund von Hurricane Irma und dessen Folgen, verlängerte er seine Amtszeit um zwei Monate.