Politik | Ausland
30.11.2017

Deutschland schränkt diplomatische Beziehungen zu Nordkorea ein

Ein deutscher Diplomat wird aus der nordkoreanischen Hauptstadt abgezogen.

Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas schränkt Deutschland seine diplomatischen Beziehungen zu dem ostasiatischen Land ein. Ein deutscher Diplomat - aber nicht der Botschafter - wird aus der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang abgezogen, wie der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel am Donnerstag bei seinem Besuch in Washington sagte.

Deutschland unterhält seit 2001 diplomatische Beziehungen zu Nordkorea. Die deutsche Botschaft liegt im Diplomatenviertel Munsu-dong, in dem sich auch zahlreiche Auslandsvertretungen anderer Länder befinden. In den letzten Jahren hat sich Deutschland in Nordkorea stark engagiert. Das zeigen auch Projekte zahlreicher deutscher Organisationen etwa der Welthungerhilfe oder politischer Stiftungen. In der Botschaft arbeitet eine niedrige einstellige Zahl entsandter Diplomaten - genauere Angaben werden aus Sicherheitsgründen nicht gemacht.

Auffforderung der USA

Die USA haben erst am Mittwoch das Auswärtige Amt in Berlin aufgefordert, seinen Botschafter aus Nordkorea abzuziehen. Länder mit diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea sollten diese abbrechen, um den Druck auf Nordkorea im Atomstreit mit dem kommunistischen Land zu erhöhen, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, in Washington.

"Ruft Euren Botschafter zurück", sagte sie mit Blick auf Deutschland. Die deutsche Bundesrepublik gehört anders als die USA zu den Ländern, die bisher ihre diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea trotz dessen Atomprogramm aufrechterhalten haben. Deutschland wird gegenwärtig von dem Diplomaten Thomas Schäfer in Nordkorea repräsentiert.