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03.08.2017

Deutscher evangelischer Ratsvorsitzender würde Homo-Paar segnen

Bedford-Strohm: "Menschen, die lebenslang Ja zueinander sagen wollen, sollen auch kirchlichen Segen bekommen."

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat sich aufgeschlossen über die "Ehe für alle" geäußert. Er selbst würde ein homosexuelles Paar segnen, sagte der Landesbischof von Bayern am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin laut Kathpress.

Menschen, die lebenslang "ja" zueinander sagen wollten, sollten auch einen kirchlichen Segen bekommen, sagte der 57-Jährige weiter. Ende Juni hatten die beiden großen Kirchen in Deutschland unterschiedlich auf die Entscheidung des Bundestags für eine "Ehe für alle" reagiert. Bedford-Strohm warb damals für "ein neues Bewusstsein für das wunderbare Angebot der Ehe".

Evangelische Kirche weniger strikt

Die Evangelische Kirche in Deutschland ist bezüglich der "Homo-Ehe" gespalten. Die katholischen Bischöfe übten hingegen geschlossen Kritik am Bundestagsbeschluss. Homosexuelle Paare haben in Deutschland grundsätzlich fast überall die Möglichkeit, sich von einem evangelischen Pfarrer einen Segen zusprechen zu lassen. In welcher Form das geschieht, wird von den 20 evangelischen Landeskirchen aber höchst unterschiedlich geregelt.

So verbieten nur wenige Landeskirchen, dass eine Segnung öffentlich geschehen darf. Einige Landeskirchen bestehen darauf, dass eine Segnung einem herkömmlichen Trauungsgottesdienst nicht zu sehr ähneln dürfe. In den meisten Fällen überlassen sie den jeweiligen Pfarrerinnen, Pfarrern und Gemeinden die konkrete Ausgestaltung der Feier. Nahezu alle Landeskirchen betonen aber, dass kein Pfarrer gezwungen werden kann, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen.