Politik | Ausland
25.07.2017

Sommerhit-Sänger gegen Venezuelas Comandante

Der venezolanische Präsident hatte eine neue Fassung des Sommerhits veröffentlicht und warb damit für seine umstrittene Verfassungsänderung.

Eigentlich geht es den beiden Herren eher um schöne Frauen, denen sie sinnliche Sachen ins Ohr flüstern wollten. Dass da ein anderer zu ihren Rhythmen um die Stimme der Venezolaner wirbt, für die er eine "große Botschaft" hat und "das Vaterland einen" will, gefällt ihnen überhaupt nicht.

Die Sänger des weltweiten Sommerhits "Despacito" protestieren dagegen, dass der venezolanische Präsident Nicolás Maduro ihren Song politisch instrumentalisiert. Auf ihren sozialen Känälen wandten sich die Puerto Ricaner Luis Fonsi und Daddy Yankee am Montag gegen die veränderte Version: "Meine Musik ist nicht für diejenigen gedacht, die sie zur Propaganda einsetzen", schrieb Fonsi auf Facebook.

Maduro hatte am Sonntag eine neue Fassung des Liedes veröffentlicht, in dem er die Venezolaner auffordert, für seine umstrittene Verfassungsänderung zu stimmen. Fonsi wirft Maduro nun vor, den Willen des Volkes manipulieren zu wollen. Der 39-jährige Künstler sagt, er sei nicht gefragt worden und habe der Neuinterpretation nicht zugestimmt.

Staatschef Maduro will am 30. Juli in einer Wahl über die Zusammensetzung der verfassungsgebenden Versammlung entscheiden lassen. Die Opposition befürchtet, dass er mit der neuen Verfassung eine Diktatur errichten will.