Politik | Ausland
09.08.2017

De: Zahl rechtsextremer Musikveranstaltungen gestiegen

Linken-Abgeordnete Jelpke fordert schärferes Vorgehen der Polizei.

Es finden immer mehr Musikveranstaltungen der rechtsextremen Szene statt: Die deutschen Sicherheitsbehörden registrierten im ersten Halbjahr des Jahres 134 Musikveranstaltungen dieser Art, wie aus einer AFP am Mittwoch vorliegenden Regierungsantwort auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke hervorgeht. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es demnach 123 Veranstaltungen.

Im ersten Halbjahr 2017 besuchten insgesamt 10.444 Menschen rechte Musikveranstaltungen, zu denen auch Liederabende gehören. Die Besucherzahl hatte im Vergleichszeitraum des Vorjahres mit 10.324 nur knapp darunter gelegen. Über die Zahlen hatte zunächst die Zeitung Welt berichtet.

Jelpke kritisierte das Vorgehen von Polizei und Behörden bei rechten Musikveranstaltungen. "Nicht erst wenn sich 6.000 Nazis zu einem einzelnen Konzert in Thüringen versammeln, darf über ein schärferes Vorgehen gegen diese musikalische rechte Hetze nachgedacht werden", sagte sie der "Welt". "Mein Eindruck ist, dass Polizei und Verwaltungsbehörden ihren Spielraum für rechtliche Maßnahmen gegen solche Konzerte nicht genug nutzen."

In der thüringischen Kleinstadt Themar hatte im Juli eines der größten Rechtsrock-Konzerte der vergangenen Jahre stattgefunden.