Das FBI betrieb eine Kinderpornoseite

An FBI agent walks across the street from the Eman…
Foto: AP/David Goldman An FBI agent walks across the street from the Emanuel AME Church following a shooting Wednesday, June 17, 2015, in Charleston, S.C. (AP Photo/David Goldman)

23.000 Bilder und Videos wurden heruntergeladen.

Im Vorjahr beschlagnahmte das FBI eine der größten Kinderpornografieseite des Internets und betrieb sie für zwei Wochen selbst weiter, wie mehrere US-Medien berichten. Die "Playpen" genannte Seite wurde zwischen dem 20. Februar und dem 4. März 2015 direkt vom FBI und deren Servern betrieben, berichtet USA Today.

Einer der dunkelsten Orte der Erde

Die Seite hatte zu dem Zeitpunkt 215.000 registrierte Nutzer, die in dem betreffenden Zeitraum 23.000 Bilder und Videos von der Seite heruntergeladen haben - 9.000 davon direkt von den Servern des FBI. Einmal heruntergeladen, hatte das FBI keine weitere Kontrolle mehr über die Weiterverbreitung dieser Fotos.

Für Ron Hosko, ein ehemaliger FBI-Beamter, der an den Plänen mitgearbeitet hat, eine Kinderpornografieseite zu übernehmen, war die Aktion die Chance, "an einen der dunkelsten Orte der Erde zu kommen" und "es gab keinen anderen Weg, um möglichst viele der Beteiligten zu identifizieren." Laut Angaben des FBI wurden in den beiden Wochen 1.300 IP-Adressen ausgeforscht; 137 Personen wurden angeklagt.

Ein ethisches Problem

In amerikanischen Medien wird nun eine ethische Abwägung diskutiert: Ist es gerechtfertigt, das Leid der missbrauchten Kinder weiter zu vergrößern, in dem man den Download ihrer Bilder ermöglicht, um Täter auszuforschen?  Die Seite einfach zu löschen, "würde die Nutzer nicht davon abhalten, kinderpornografische Inhalte von anderen Seiten zu bekommen", sagte ein Sprecher des US-Justizministeriums. Die Jus-Professorin Elizabeth Joh sieht das anders: "An einem gewissen Punkt muss man darüber nachdenken, wann eine Ermittlung ununterscheidbar von einem Verbrechen wird und wir sollten darüber nachdenken, ob das okay ist."

(kurier / tt) Erstellt am
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