Politik | Ausland
03.05.2017

CNN weigert sich, Trumps Werbefilm zu spielen

Der US-Präsident lobt seine Leistungen in einem Werbefilm und beschuldigt Medien abermals mit "Fake News".

Mit einem Werbefilm über US-Präsidenten Donald Trump startete Donald Trump in diese Woche. Unter dem Titel "America is Winning" werden in 30 Sekunden Leistungen des amtierenden Staatschefs aufgelistet (siehe unten). "Die USA haben selten so viel Erfolg gesehen" oder "Unternehmen investierten wieder in US-Jobs" werden genannt. Viele US-Sender strahlten den Werbespot aus – nur nicht CNN.

Die Beweggründe sind leicht erklärt: Trumps Werbefilm enthält eine Collage mit Moderatorinnen und Moderatoren von US-Sendern mit dem Schriftzug "Fake News" – darunter auch CNN-Reporter Wolf Blitzer.

https://twitter.com/CNNPR/status/859425426556542976
CNN Communications (@CNNPR

Auf Twitter hieß es vonseiten des US-Senders CNN: "CNN hat verlangt, dass der Auftraggeber die falsche Grafik entfernt, wonach Mainstream-Medien 'Fake News' wären. Mainstream-Medien sind keine Fake News, und daher ist der Werbefilm falsch. Nach unseren Geschäftsbedingungen kann der Spot nur gesendet werden, wenn die Grafik entfernt wird. Das sind die Fakten."

Auf Facebook beschuldigte das Trump-Team den TV-Sender, "eine positive Nachricht" zu zensurieren und kündigte an: "UNSERE Nachricht wird von FAKE und BIAS News nicht zum Schweigen gebracht."

Fakten-Check

Aber ist es tatsächlich eine positive Nachricht? Die New York Times hat sich das Video genauer angesehen und ein paar Fehler gefunden. Die erste Behauptung, der US-Senat habe Neil Gorsuch für das Richteramt am Supreme Court akzeptiert, stimmt. Aber dass Unternehmen seit Trumps Amtszeit wieder in US-Jobs investieren, täuscht über die Tatsache hinweg, dass nicht der US-Präsident dafür verantwortlich ist. Geschätzte 216.000 Arbeitsplätze wurden bereits vor Jänner 2017 geschaffen.

Auch die Aussage, die USA sei Energie-unabhängig, ist nicht ganz richtig. Bis September müsse man noch warten. Was aber stimmt, ist, dass Regulierungen, die US-Jobs vernichtet haben, entfernt wurden. Trump hat Regeln zurückgesetzt, die die Umwelt, Arbeitnehmer und Konsumenten schützen sollten. Diese Maßnahme könnte tatsächlich zu mehr Jobs führen.

Und was ist mit der "größten Steuersenkungen in der Geschichte"? Falsch. Der "Tax Cut Plan" ist nur eine Seite lang und besteht aus einigen Punkten. Bisher gibt es noch kein Gesetz. Und wie die New York Times schreibt, wäre es ohnehin nur die drittgrößte Steuersenkung seit 1945.