© Julia Damianova

Politik Ausland
09/14/2012

Clintons Ex-Berater: "Angreifer sollten sich entschuldigen"

Laut William Galston könnte der Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi beretis länger geplant gewesen sein.

Der Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi, bei dem vier US-Diplomaten ums Leben kamen, scheint nicht ganz spontan gewesen zu sein, meint William Galston, ein ehemaliger politischer Berater von US-Präsident Bill Clinton. „Die Tatsachen, dass der Angriff erheblich koordiniert war und dass schwere Waffen eingesetzt wurden, deuten daraufhin“, sagt Galston im Gespräch mit dem KURIER.

Höhere Kreise in den USA glauben, dass der Sturm auf die Botschaft schon eine Zeit lang in Vorbereitung war. Das umstrittene Mohammed-Video auf YouTube soll einfach eine günstige Gelegenheit für die Ausführung des Angriffs geliefert haben.

Wie lange die Attacken gegen US-diplomatische Missionen in muslimischen Staaten andauern werden, kann der ehemalige Clinton-Berater nicht voraussagen. Die Regierung in Washington habe die Lage aber richtig behandelt, meint er. „Es ist nicht klar, ob es viel gibt, das man noch machen kann oder machen soll. Die Regierung kann unmöglich den Forderungen nachkommen, den Autor des Videos zu bestrafen, wie das der ägyptische Präsident Mohammed Mursi angedeutet hat“, so Galston.

Spott-Video

In seiner Ansprache vor der EU-Kommission in Brüssel hatte Mursi am Donnerstag das Video verurteilt, das den Propheten Mohammed verspottet und eine Protestwelle in vielen muslimischen Staaten ausgelöst hat. „Ich bestätige, dass die Amerikaner dies ablehnen. Ich habe an sie appelliert, ihre Ablehnung (gegenüber den Filmemachern, Anm.) zu verkünden", sagte Mursi.

„Die amerikanische Regierung braucht sich nicht zu entschuldigen. Die Menschen, welche die US-Botschaften angegriffen haben, sollten sich dafür entschuldigen", sagt Galston. In Europa, etwa in Deutschland, seien bestimmte Themen verboten. In den USA dagegen herrsche volle Medien-und Redefreiheit, die es unmöglich machen, die Autoren des filmischen Machwerks zu bestrafen.

Die Angriffe auf die US-Einrichtungen im Ausland werden kein großes Thema im US-Präsidentschaftswahlkampf werden, sagt William Galston voraus. „Die Amerikaner sind um die heimische Wirtschaft besorgt. Dieser Wahlkampf ist nicht wie der Wahlkampf von 2004, in dem die US-Außenpolitik ein Thema war", so der ehemalige Clinton-Berater, der zurzeit im Washingtoner Institut für politische Analysen Brookings tätig ist.

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