© Reuters/PETAR KUJUNDZIC

Inselstreit mit Japan
11/29/2013

China entsendet Kampfjets in Konfliktregion

Inselstreit: Chinesische Staatsmedien fordern hartes Vorgehen gegen Japan.

Im Streit mit Japan um Inseln im Ostchinesischen Meer hat China Kampfflugzeuge in die Konfliktregion entsandt. Kampfjets und eine Maschine mit einem Frühwarnsystem seien in der neu ausgerufene Luftverteidigungszone verlegt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag. In Kommentaren staatsnaher Medien wurde ein hartes Vorgehen insbesondere gegen Japan gefordert.

"Wir sollten ohne Zögern umgehend Maßnahmen gegen Japan ergreifen, wenn es Chinas neu ausgerufene Luftverteidigungszone verletzt", schrieb am Freitag die Zeitung Global Times, die der Kommunistischen Partei nahesteht. "Wenn Tokio mit seinen Flugzeugen in die Zone fliegt, werden wir gezwungen sein, mit unseren Flugzeugen in ihre Luftverteidigungszone zu fliegen."

"Wie im Kalten Krieg"

Sollte die aktuelle Entwicklung weitergehen, könnte es "wie im Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion Spannungen in der Luft" geben. "Wir sind bereit, eine langwierige Konfrontation mit Japan zu beginnen", hieß es in derGlobal Times. Das Blatt sah allerdings davon ab, auch den USA zu drohen, die am Montag demonstrativ zwei B-52-Bomber durch die Luftverteidigungszone geschickt hatten. DieGlobal Timesschrieb, die Zone richte sich nicht gegen die USA, sondern ausschließlich gegen Japan.

Auch Südkorea schickt Jets

Neben den USA schickte auch Südkorea Kampfflugzeuge in die Zone, ohne wie von Peking gefordert die chinesischen Behörden vorab über den Flug zu informieren. Die Einrichtung der Zone hatte international Kritik hervorgerufen. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton warnte, der Streit trage dazu bei, "die Spannungen in der Region zu verstärken". Das Außenministerium in China wies darauf hin, dass es auch in Europa derartige Luftverteidigungszonen gebe.

Der Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, Yang Yujun, warf Tokio und Washington vor, doppelte Standards zu vertreten, da sie seit langem eigene Luftverteidigungszonen unterhielten. "Wenn es Forderungen nach einem Rückzug gibt, fordern wir die japanische Seite auf, zuerst ihre Luftverteidigungszone zurückzuziehen - und China könnte es sich in 44 Jahren dann ebenfalls überlegen", sagte Yang. Tokio hatte die Zone in der Region im Jahr 1969 eingerichtet.

Japan kalmiert

Der japanische Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga bemühte sich um Entspannung. "Das Prinzip unseres Landes ist, unsere Position strikt, aber ruhig zu vertreten", sagte Suga. "Und wir halten das Fenster des Dialogs offen."

Der chinesische Ex-Außenminister Tang Jiaxuan schlug japanischen Medienberichten zufolge vor, einen "Krisenmechanismus" zwischen Tokio und Peking einzurichten. Tang habe den Vorschlag bei einem Treffen mit japanischen Abgeordneten in Peking unterbreitet, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Hintergrund des Konflikts ist der Streit um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Peking erhebt seit Jahren Anspruch auf die von Tokio kontrollierte Inselgruppe, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt wird.

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