Politik | Ausland
15.04.2017

BVB-Anschlag: "Eher aus rechtsextremen Milieu"

Hintergründe des Anschlags in Dortmund weiter unklar. Ermittler schließen auch islamistischne Terror noch nicht aus.

Vier Tage nach dem Anschlag auf die Fußballer von Borussia Dortmund halten die Ermittler nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung einen rechtsextremen Hintergrund für wahrscheinlicher als einen islamistischen. "Aufgrund der Gesamtumstände gehen wir am ehesten von Tätern aus dem rechtsextremen Milieu aus", zitierte das Blatt am Samstag einen namentlich nicht genannten Ermittler.

Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte dazu: "Wir kommentieren das nicht." Die Behörde bestätigte aber, dass sie eine beim " Tagesspiegel" in Berlin eingegangene E-Mail überprüfe. Der offenbar rechtsextreme anonyme Verfasser nennt laut "Tagesspiegel" den Anschlag eine "letzte Warnung". Sicherheitskreise halten es dem Zeitungsbericht zufolge für möglich, dass es sich um einen Trittbrettfahrer handeln könnte.

Sprengsätze waren mit Metallstiften bestückt

Am Dienstagabend waren neben dem Mannschaftsbus der Fußballer drei mit Metallstiften bestückte Sprengsätze explodiert. Der Spieler Marc Bartra und ein Polizist wurden verletzt. Bereits am Mittwoch waren Zweifel aufgetaucht, ob drei identische, am Tatort gefundene Bekennerschreiben tatsächlich islamistischen Ursprungs sind. Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft bestätigte am Freitag einen Bericht von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung", wonach mittlerweile eine islamwissenschaftliche Untersuchung "erhebliche Zweifel" ergeben habe. Der oder die Verfasser der textgleichen Schreiben hätten demnach vermutlich nur den Eindruck erwecken wollen, die Tat habe einen islamistischen Hintergrund.

E-Mail kündigt weiteren Angriff an

Die Überprüfung der Echtheit der am Donnerstagabend beim Tagesspiegel eingegangenen Mail war laut Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Samstag noch nicht abgeschlossen. Der Verfasser bezieht sich darin laut Zeitungsbericht auf Adolf Hitler und hetzt gegen "Multi Kulti". Es wurde ein weiterer Angriff angekündigt. Am 22. April werde "buntes Blut" fließen. Der "Trupp Köln" stehe bereit. Die Drohung ziele vermutlich auf die zu erwartenden zahlreichen Demonstranten, die gegen den an diesem Tag in Köln stattfindenden Bundesparteitag der AfD protestieren wollten, berichtete das Blatt. Die Bekennermail könne mit dem Anschlag zu tun haben, "es könnte aber auch ein Trittbrettfahrer sein", zitierte die Zeitung Sicherheitskreise.