Demos in Burkina Faso

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Proteste
10/30/2014

Burkina Faso: Schüsse auf Demonstranten

Krawalle wegen geplanter Verfassungsänderung für Präsidenten-Wiederwahl. Mehrere Opfer.

Die Regierung in Burkina Faso hat umstrittene Pläne zur Verfassungsänderung für eine weitere Amtszeit von Präsident Blaise Compaore nach heftigen Protesten abgesagt. Zugleich schossen am Montag in der Hauptstadt Ouagadougou Sicherheitskräfte auf Demonstranten nahe Präsidentenpalast, wie Augenzeugen berichteten. Dabei dürfte es mehrere Opfer gegeben haben.

Viele Bürger wollen mit allen Mitteln verhindern, dass Langzeitpräsident Compaore im nächsten Jahr erneut bei den Wahlen antritt. Das Parlament kündigte zuletzt eine Verfassungsänderung an, wonach Campaore - der seit 1987 an der Macht ist - eine weitere Amtszeit anstreben könnte. Die Abstimmung war für heute, Donnerstag, angesetzt. Informationsminister Alain Edouard Traore sagte jedoch nach Eskalieren der Protest am Donnerstagvormittag, das Vorhaben sei abgesagt. In einer Erklärung rief die Regierung die Bevölkerung zugleich zur Ruhe auf.

Schüsse und Tränengas

Vor dem Haus des Bruders des Staatsoberhaupts nahe dem Präsidentenpalast feuerten Sicherheitsleute scharfe Munition und Tränengas auf Demonstranten, berichteten Diplomaten und Sicherheitskreise laut der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei seien drei Menschen reglos am Boden liegengeblieben, hieß es von einem Augenzeugen. Laut der Nachrichtenagentur AFP sagte ein Anwesender, ein Leibwächter von Präsidentenbruder Francois Compaore habe einen Mann totgeschossen.

Wütende Demonstranten stürmten vor der geplanten Abstimmung das Parlament und legten Feuer. Sie verwüsteten Büros, setzten Akten und Autos im Innenhof des Parlamentsgebäudes in Brand und schleppten Computer fort. Der Parlamentssitz war von schwarzem Rauch umhüllt, ein Hubschrauber überflog das Gebäude.

Sicherheitskräfte hatten zunächst versucht, die Demonstranten mit Tränengas zurückzudrängen, dann traten sie selbst den Rückzug an. Die aufgebrachten, überwiegend jungen Demonstranten riefen: "Befreit Kosyam". Kosyam ist der Name des Präsidentensitzes. Die Opposition hatte ihre Anhänger aufgerufen, zur Nationalversammlung zu marschieren. Nach der Erstürmung des Parlamentsgebäudes rückten weitere Demonstranten auch auf den Sitz des nationalen Fernsehsenders vor.

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