Dilma Rousseff

© Deleted - 470358

Brasilien
10/26/2014

Rousseff greift nach zweiter Amtszeit

In der Stichwahl hat Herausforderer Neves die schlechteren Karten.

In Brasilien haben am Sonntag die meisten Wahllokale für die Stichwahl um das Präsidentenamt geschlossen. In einigen Teilstaaten des Landes dauerte die Stimmabgabe wegen der unterschiedlichen Zeitzonen im Land dagegen noch an. Die Übermittlung der elektronisch abgebenen Stimmen lief bereits an. Erste offizielle Ergebnisse sollen in der Nacht auf Montag (MEZ) folgen.

Die linke Staatschefin Dilma Rousseff war in Umfragen mit einem Vorsprung vor ihrem Mitte-Rechts-Herausforderer Aecio Neves in die Wahl gegangen. In seiner letzten Umfrage sah das Datafolha-Institut Rousseff bei 52 Prozent der gültigen Stimmen. Neves kam danach auf 48 Prozent. Insgesamt waren rund 143 Millionen Wahlberechtigte in der siebentgrößten Volkswirtschaft der Welt zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Amtszeit des Präsidenten beträgt vier Jahre.

Schmutziger Wahlkampf

Der Wahlkampf war jedenfalls kein Zuckerschlecken: Selbst im letzten TV-Duell haben sich Rousseff und Neves nichts geschenkt. Der Herausforderer warf Rousseff in der von Millionen Zuschauern verfolgten Sendung auf TV Globo vor, "den schmutzigsten Wahlkampf in der Geschichte" des Landes geführt zu haben.

Angesichts seines deutlichen Rückstands in den Umfragen setzte er alles auf Angriff. Pünktlich vor der Debatte hatte die Wochenzeitung "Veja" geschrieben, Rousseff und ihr Vorgänger Luiz Inacio Lula da Silva seien über ein gewaltiges Korruptionssystem beim Ölkonzern Petrobras im Bilde gewesen. "Sie wussten alles", lautete die Schlagzeile, das Blatt berief sich auf angebliche Geständnisse eines Hauptverdächtigen.

"Rufmord"

Im TV-Duell fragte der Mitte-Rechts-Kandidat Neves die linksgerichtete Präsidentin: "Waren Sie auf dem Laufenden, wie es 'Veja' berichtet?" Rousseff wies die Anschuldigungen als "Verleumdung und Rufmord" sowie als "Wahl-Terrorismus" zurück und kündigte juristische Schritte gegen das Blatt an. Neves warf sie vor, er wolle Brasilien mit seinem Programm "zurückwerfen".

Korruption war eines der wichtigen Wahlkampfthemen. Vor allem Neves versuchte, aus einer Reihe von Skandalen Profit zu schlagen. Gleichwohl landete er in letzten Umfragen hinter Rousseff.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.