Donald Trump (l.) und Muhammad Ali (2007).

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US-Wahlkampf
12/10/2015

Boxlegende Ali und Mark Zuckerberg kritisieren Trump

Republikanischer Präsidentschaftsanwärter fordert Einreiseverbot für Muslime. Promis warnen vor Diskriminierung.

Ob international oder innerparteilich - mit seiner Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime in die USA hat der republikanische Präsidentschaftsanwärter Donald Trump wieder für gehörigen Wirbel gesorgt.

Nun haben auch prominente Persönlichkeiten klar Position bezogen. Boxlegende Muhammed Ali und Facebook-Chef Mark Zuckerberg machten sich unabhängig voneinander für die Rechte von Muslimen stark und warnten vor einer Diskriminierung wegen der Gräueltaten der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

"Es ist nicht islamisch, unschuldige Menschen zu töten"

Der 73-jährige Ali, der selbst Muslim ist, rief die politisch Verantwortlichen in den USA auf, "Verständnis für die Religion des Islam" zu wecken und klarzustellen, dass die Anschläge "dieser missgeleiteten Mörder" nichts mit dieser Religion zu tun hätten, wie die Sender NBC und ABC berichteten. "Ich bin Muslim und es ist nicht islamisch, unschuldige Menschen in Paris, San Bernardino oder irgendwo anders in der Welt zu töten", erklärte der einstige Box-Weltmeister im Schwergewicht.

Zuckerberg hob im sozialen Netzwerk Facebook hervor: "Nach den Anschlägen von Paris und dem Hass diese Woche kann ich mir nur vorstellen, welche Angst Muslime empfinden, dass sie für die Taten anderer verfolgt werden." Er fügte hinzu: "Als Jude haben mir meine Eltern beigebracht, dass wir gegen Angriffe auf alle Bevölkerungsgruppen Front machen müssen." Angriffe auf die Freiheit würden am Ende jeden treffen. Den Muslimen versicherte er explizit, dass sie jederzeit in seinem Unternehmen willkommen seien.

Den republikanischen Präsidentschaftsanwärter Trump erwähnten Ali und Zuckerberg nicht explizit. Doch die Stellungnahmen der beiden schienen klar gegen die Äußerungen von Trump gerichtet zu sein. Der hatte am Montag die "vollständige und komplette Schließung" der US-Grenzen für Muslime gefordert und damit breite Empörung ausgelöst. Das Weiße Haus sprach von Äußerungen, die den Werten des Landes zuwiderliefen.

Trump droht mit eigenständiger Präsidentschaftskandidatur

Nach der innerparteilichen Kritik führender Republikaner hat der US-Milliardär am Mittwoch sogar erneut eine Teilnahme als unabhängiger Kandidat an der Präsidentschaftswahl 2016 ins Spiel gebracht. Im Sender ABC sagte Trump am Mittwoch, dass er sich eine eigenständige Kandidatur vorstellen könnte, sollte die republikanische Partei ihn nicht "fair" behandeln.

Über Twitter schrieb er vieldeutig: "Eine neue Umfrage besagt, dass 68 Prozent meiner Unterstützer für mich stimmen würden, sollte ich die Republikaner verlassen und als Unabhängiger antreten."

Im September hatte Trump den Republikanern eigentlich die Treue geschworen. Der 69-Jährige unterzeichnete sogar ein schriftliches Versprechen, dass er unabhängig vom Ausgang des Nominierungsrennens den republikanischen Präsidentschaftskandidaten unterstützen werde.

Gut im Rennen

Seit der Verkündung seiner Bewerbung Mitte Juni ist Trump im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur an die Spitze der Umfragen geschossen. Das konservative Establishment verfolgt den populistischen Kurs des politischen Seiteneinsteigers mit Unbehagen und fürchtet, dass Trumps polterndes Auftreten und seine bisweilen fremdenfeindlichen Äußerungen Wähler aus der Mitte verprellen könnten.

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