Politik | Ausland
20.12.2017

Bosnien-Herzegowina: Neun mutmaßliche Kriegsverbrecher festgenommen

Unter den Festgenommenen sind sechs Ex-Militärs, denen die Ermordung von mehr als 30 serbischen Zivilisten angelastet wird.

In Bosnien-Herzegowina sind in den vergangenen zwei Tagen neun mutmaßliche Kriegsverbrecher festgenommen worden. Das berichteten Medien in Sarajevo am Mittwoch. Unter den Festgenommenen befinden sich demnach sechs bosniakische Ex-Militärs, denen die Ermordung von mehr als 30 serbischen Zivilisten angelastet wird, sowie drei Serben, die der Teilnahme am Srebrenica-Massaker 1995 beschuldigt werden.

Die bosniakischen Militärs, einst Angehörige der bosnischen (muslimischen) Kriegsarmee ABiH, wurden am Dienstag in der zentralbosnischen Kleinstadt Kakanj festgesetzt. Sie sollen im Juni 1992 mehr als 30 serbische Zivilisten in der damaligen, heute unbewohnten Ortschaft Cemerno bei Sarajevo ermordet haben. Unter den Opfern - das jüngste war erst 16 Jahre alt - befanden sich auch zehn Frauen. Es handelt sich um das größte Kriegsverbrechen an der serbischer Zivilbevölkerung im Großraum der Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas.

In den Städten Han Pijesak und Vlasenica im Osten des Landes wurden am Mittwoch dann die drei ehemaligen Angehörigen des berüchtigten bosnisch-serbischen Drina-Korps festgesetzt. Ihnen wird der Mord an mindestens 30 Zivilisten in der Ortschaft Luka bei Vlasenica angelastet, deren Leichen nach dem Krieg in einem Massengrab entdeckt wurden. Gegen einem der am Mittwoch Festgenommenen, dem Befehlshaber der sogenannten Vlasenica-Brigade, Rade Garic, wird auch wegen anderer Kriegsverbrechen ermittelt.