Politik | Ausland 09.03.2014

Bier im Steinkrug: Bayern wehrten EU-Verbot ab

Ein Besucher trinkt am Münchner Oktoberfest Bier aus einem sogenannten "Keferloher", einem tönernen Bierkrug, der mit Salzglasur… © Bild: AP/Johannes Simon

Ausnahmeregelung formuliert. Ministerin Ilse Aigner spricht von einer Posse: "Gibt dringendere Probleme".

In Bayern gehört Bier trinken zum guten Ton. Doch derzeit gibt es Misstöne zwischen Brüssel und Bayern - und Schuld ist der beliebte Humpen.

Bayern hat sich nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus erfolgreich gegen ein EU-Verbot des traditionellen Bierkrugs aus Steingut gewehrt. Nach EU-Recht dürften undurchsichtige Gefäße ab 2015 nicht mehr für den Ausschank schäumender Getränke verwendet werden, da der Messstrich auf der Innenseite nicht sichtbar sei.

Das deutsche Wirtschaftsministerium habe eine Ausnahmeregelung für den Steinkrug, den "Keferloher", formuliert. Biertrinker sollten im Lokal künftig darauf hingewiesen werden, dass sie ihr Bier aus dem Steinkrug zwecks Kontrolle der Füllmenge in einen Glaskrug umschütten lassen können.

Ilse Aigner
Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) trinkt am 26.08.2013 in Wolnzach (Bayern) ein Bier. Aigner nimmt an der jährlichen Hopfe… © Bild: dpa/Peter Kneffel
Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner ( CSU) sagte dem Focus, diese Posse sei ein weiterer Beweis für die grenzenlose Regelungswut der Brüsseler Bürokraten: "Es gibt in Europa wahrlich dringendere Probleme."
Erstellt am 09.03.2014