Bernie Sanders

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USA
02/13/2017

Bernie Sanders: "Trump ist ein pathologischer Lügner"

Der ehemalige Präsidentschaftswerber meldet sich mit scharfer Kritik an Donald Trump zurück.

In einem Interview mit dem US-Sender NBC News hat der ehemalige Präsidentschaftswerber Bernie Sanders nun drastische Worte gewählt, um den 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten zu beschreiben. "Wir haben einen Präsidenten, der in vielerlei Hinsicht wahnhaft ist. Er ist ein pathologischer Lügner", sagte der 75-Jährige am Sonntag.

"Das sind starke Worte", unterbrach Moderator Chuck Todd daraufhin den US-Senator. "Können Sie mit einem pathologischen Lügner zusammenarbeiten?" "Es macht das Leben zumindest sehr schwer – nicht nur für mich", erwiderte Sanders. Er sei sich dessen bewusst, dass seine Worte sehr hart klingen würden. "Aber wenn jemand behauptet, dass drei bis vier Millionen Menschen illegal gewählt hätten und es dafür nicht den geringsten Beweis gibt, dann ist das eine Lüge."

>> Was sich rund um Donald Trump sonst noch tut, lesen Sie in unserem Trump-Ticker

"Anti-muslimische Ideologie"

Zuvor hatte Sanders Trumps Einreisestopp für Muslime kritisiert. Die aktuellen Maßnahmen zur Überprüfung von Zuwanderern und Flüchtlingen seien völlig ausreichend. Es stehe außer Frage, dass die Sicherheit in den USA gewährleistet werden müsse – das von Trump verabschiedete Dekret basiere aber auf einer "anti-muslimischen Ideologie", die den USA auf der ganzen Welt enormen Schaden zufüge.

Sanders vermutet hinter Trumps umstrittenen Einreisestopp vor allem ein Ablenkungsmanöver. Über seine Wahlversprechen würde niemand mehr sprechen. Denn ausgerechnet jene Leute, die Trump entmachten wollte, würden jetzt in seinem Kabinett sitzen, spielte Sanders unter anderem auf die Nominierung des neuen Finanzministers Steve Mnuchin – früher Banker bei Goldman-Sachs – an. "Wir reden nur noch darüber, wen wir als nächstes hassen sollen. Sind es die Muslime? Sind es die Latinos? (…) Alles das ist dafür gemacht, uns zu trennen. Und was ich den Menschen sagen will: Bleibt konzentriert. Wollt ihr, dass Milliardäre und Wall-Street-Leute die Wirtschaft führen, oder wollen wir Wirtschaftspolitik, die arbeitende Familien und die Mittelklasse unterstützt?"

Trump reagierte nicht auf die Vorwürfe Sanders'. Der US-Präsident erwähnte hingegen ein früheres Interview des US-Senators, das dieser am Freitag dem Nachrichtensender CNN gegeben hatte. Demnach sei Sanders abgeschnitten worden, nachdem er den Begriff "Fake News" verwendet habe. CNN habe als Grund dafür "technische Probleme" angegeben, was tatsächlich stimmt. Allerdings hatte Sanders den Begriff ironisch verwendet, in Anspielung auf Trumps wiederholte Vorwürfe gegen den US-Sender, wie in diesem Video ersichtlich.

While on FAKE NEWS @CNN, Bernie Sanders was cut off for using the term fake news to describe the network. They said technical difficulties!

Sanders hatte sich nicht immer so kritisch gegenüber den neuen US-Präsidenten geäußert. Seine ausdrückliche Unterstützung etwa fand Anfang Jänner die Entscheidung Trumps, das Freihandelsabkommen TPP aufzukündigen.

Franken: Trump ist geistig krank

Der nunmehrige Einreisestopp stößt nun aber nicht nur bei Sanders auf äußerst harsche Kritik. Al Franken ging sogar noch einen Schritt weiter als Sanders. In der Sendung "Real Time With Bill Maher" auf HBO behauptete der demokratische Senator aus Minnesota, der auch bereits eine Karriere als Komiker und Radiomoderator hinter sich hat, dass inzwischen (auch) republikanische Senatoren an Trumps mentaler Fitness zweifeln würden.

Es gebe eine Bandbreite an Reaktionen. "Einige sagen, dass er nicht ganz richtig im Kopf ist. Und andere sind sogar noch schärfer", antwortete Franken scherzhaft auf die Frage von Moderator Bill Maher, was man sich in Washington hinter geschlossenen Türen erzähle - und fügte etwas ernster hinzu: "Ich habe jedenfalls nicht viele gute Dinge gehört, und ich habe große Bedenken was das überschäumende Naturell des Präsidenten betrifft." Schon während des US-Wahlkampfes hatten Psychiater wiederholt darauf hingewiesen, dass Trump alle Anzeichen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung habe. Ob nun als Folge von Trumps Politik oder als Ausdruck mangelnder politischer Umgangsformen, sicher ist: Der Ton in den USA wird rauer.

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