Politik | Ausland
06.06.2017

Bei Flucht aus Mossul: IS ermordete 163 Zivilisten

Die Zahl könnte nach Angaben der UNO noch weiter steigen.

Bei ihrer Flucht aus der umkämpften Stadt Mossul im Irak sind Anfang Juni nach Angaben der UNO mindestens 163 Zivilisten von der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden. Die Leichen von Männern, Frauen und Kindern hätten am Montag immer noch in den Straßen des Viertels Al-Shira im Westen von Mossul gelegen, sagte UNO-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein am Dienstag in Genf.

Die IS-Miliz habe versucht, die Zivilisten an der Flucht aus ihrer Hochburg im Irak zu hindern, sagte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein. Die Zahl der Opfer könne auch noch größer sein, da Menschen aus dieser Gegend Mosuls als vermisst gelten würden.

200.000 Zivilisten in IS-kontrollierten Vierteln

Nach Angaben eines UNO-Sprechers wurden die Zivilisten vermutlich am 1. Juni getötet. Die irakischen Streitkräfte waren zuletzt weiter in der Großstadt vorgerückt und hatten die IS-Kämpfer zurückgedrängt. Sieben Monate nach Beginn der Offensive auf Mosul kontrolliert die IS-Miliz vor allem noch die Altstadt und einige angrenzende Viertel. Nach UNO-Angaben befinden sich noch immer bis zu 200.000 Zivilisten in den von den Jihadisten kontrollierten Vierteln. Die Altstadt ist dicht bewohnt und besteht aus einem Gewirr enger Gassen, die einen raschen Vormarsch der Truppen verhindern.

Die Jihadisten hatten die nordirakische Millionenstadt im Sommer 2014 eingenommen, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Nach jahrelanger Vorbereitung starteten die irakischen Soldaten zusammen mit schiitischen Milizen und kurdischen Peschmerga-Kämpfern sowie mit Unterstützung der US-Luftwaffe im Oktober eine Offensive zur Rückeroberung von Mossul.