Politik | Ausland
28.08.2017

Bangladesch weist aus Myanmar geflohene Rohingya ab

Tausende kampieren im Niemandsland

Soldaten in Bangladesch haben mehr als hundert muslimische Rohingya aus Myanmar (Burma) ohne gültige Papiere an der Einreise gehindert. Die 141 Menschen hätten versucht, nach der jüngsten Welle ethnischer Gewalt in Myanmar per Boot illegal in das Land zu kommen, teilte ein Kommandant einer paramilitärischen Einheit am Montag mit.

Fast 100 Menschen waren am Freitag in der Region Rakhine in Myanmar bei Kämpfen zwischen bewaffneten Rohingya und Sicherheitskräften der Regierung getötet worden.

Das benachbarte muslimische Bangladesch verstärkte daraufhin an der Grenze seine Sicherheitsvorkehrungen, um eine neue Flüchtlingswelle zu verhindern. Im Niemandsland zwischen beiden Ländern haben sich seit Samstag mehr als 5.000 Menschen gesammelt, wie der Präsident des Stadtrates im Grenzort Ghumdum in Bangladesch berichtete. "Die Soldaten erlauben ihnen nicht, die Grenze zu überqueren", sagte Jahangir Aziz der Deutschen Presse-Agentur telefonisch.

Mehr als eine Million Rohingya leben in Rakhine. Im vorwiegend buddhistisch geprägten Myanmar sieht sich die muslimische Minderheit seit Jahrzehnten Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Viele besitzen keine Pässe und werden nicht als Staatsbürger anerkannt.

Regierung und Rohingya-Rebellen beschuldigen einander

De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi hat die Rebellen der muslimischen Rohingya-Minderheit beschuldigt, bei der jüngsten Gewaltwelle Häuser niedergebrannt und Kinder als Kämpfer eingesetzt zu haben. Auf der Facebookseite ihres Büros waren am Montag mehrere Erklärungen zum Kampf der "Terroristen" gegen die Sicherheitskräfte zu lesen. Zu sehen waren auch Fotos von angeblich von den Rebellen getöteten Zivilisten.

Die Rebellenorganisation Arsa bestritt die Anschuldigungen. Über den Kurzbotschaftendienst Twitter erklärte sie, "brutale Soldaten" hätten im Bundesstaat Rakhine zusammen mit buddhistischen "Extremisten" Rohingya-Dorfbewohner angegriffen, deren Eigentum geplündert und ihre Häuser abgebrannt.