Politik | Ausland
24.11.2017

Australisches Flüchtlingslager auf Manus vollständig geräumt

Am Donnerstag räumte die Polizei das umstrittene Flüchtlingslager. Inwischen wurden alle Flüchtlinge in andere Lager gebracht.

Das umstrittene australische Flüchtlingslager auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus ist komplett geräumt worden. Die in dem Camp verbliebenen 328 Flüchtlinge seien alle in andere Lager gebracht worden, sagten die Behörden Papua-Neuguineas und Australiens Einwanderungsminister Peter Dutton am Freitag nach Angaben australischer Medien.

Nach Darstellung der Flüchtlinge gingen die Einsatzkräfte bei der Räumung gewaltsam vor. Ein Video in sozialen Medien zeigt Polizisten, die mit Metallstangen auf Menschen einschlagen. "Einwanderungsbehörde und Polizei haben viele Handys von Menschen zerstört, die Fotos machen wollten", schrieb der Flüchtling und Journalist Behrouz Boochani (Behrus Bushani) auf Twitter. Die Polizei von Papua-Neuguinea behauptete, niemand sei gezwungen oder in Handschellen gelegt worden.

Verfassungswidrig

Das Lager auf Manus war am 31. Oktober offiziell geschlossen worden, nachdem ein Gericht in Papua-Neuguinea es als verfassungswidrig eingestuft hatte. Hunderte Bewohner weigerten sich aber, das bisher von Australien betriebene Camp zu verlassen.

Sie äußerten die Befürchtung, dass Einheimische sie angreifen könnten. Außerdem seien die Wasser- und Stromversorgung und die Sicherheitsvorkehrungen in den neuen, von Papua-Neuguinea betriebenen Unterkünften noch nicht ausreichend. Sie fordern daher eine Umsiedlung in Drittstaaten.