Politik | Ausland 30.01.2013

Assange will für Senat kandidieren

Julian Assange addresses the Oxford Union via video-link from the Ecuadorian Embassy in London, Wednesday Jan. 23, 2013. WikiLe… © Bild: AP/Philip Toscano

Der Gründer der Internet-Enthüllungsplattform WikiLeaks kämpft außerdem in London gegen seine Auslieferung nach Schweden.

Julian Assange, Gründer der Internet-Enthüllungsplattform WikiLeaks, will in seiner Heimat Australien für den Senat kandidieren. Das kündigte WikiLeaks am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter an, kurz nachdem Premierministerin Julia Gillard den 14. September als Wahltermin mitgeteilt hatte. Assange hält sich derzeit in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, von wo aus er sich gegen eine mögliche Auslieferung nach Schweden wehrt. Dort wird ihm vorgeworfen, mit zwei Frauen ohne deren Einwilligung ungeschützten Sex gehabt zu haben.

Assange bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet sie als politisch motiviert. WikiLeaks hat unter anderem durch die Veröffentlichung von geheimen US-Dokumenten zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie vertraulicher US-Diplomatendepeschen den Zorn Washingtons auf sich gezogen. Der 41-Jährige fürchtet, dass er von Schweden an die USA ausgeliefert werden könnte.

Als Assange die Pläne für eine Senats-Kandidatur im vergangenen Jahr erstmals äußerte, hatte er laut Medienberichten angekündigt, eine eigene WikiLeaks-Partei gründen zu wollen. Dafür sind demnach die Unterschriften von 500 wahlberechtigten Australiern nötig. Ob eine Wahl Assanges zum Senator Auswirkungen auf seinen Status in Großbritannien haben würde, ist unklar. Er hält sich seit Juni in der Botschaft Ecuadors in der britischen Hauptstadt auf.

Erstellt am 30.01.2013