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14.01.2018

Aussicht auf "GroKo" spaltet SPD

Vor dem SPD-Parteitag wollen führende Sozialdemokraten Nachbesserungen - der CDU-Vize ist dagegen. Eine Mehrheit der Deutschen lehnt laut Umfrage eine neue Große Koalition ab.

Die Kompromiss bei den Sondierungen zur Fortsetzung der Großen Koalition in Deutschland mit der CDU/CSU treibt einen Keil in die SPD. Eine Woche vor dem richtungsweisenden Parteitag forderten führende Sozialdemokraten am Wochenende Nachbesserungen an den Vereinbarungen.

"Ich sehe das sehr kritisch", sagte der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) dem "Tagesspiegel" zur Aussicht auf eine erneute Regierung mit der Union.

Schulz: "Delegierten auf SPD-Parteitag durch Inhalte überzeugen"

SPD-Chef Martin Schulz äußerte Verständnis für die Kritiker einer neuen Großen Koalition. "Ich kann die Skeptiker in unseren Reihen gut verstehen, ich selbst habe große Zweifel angemeldet und war wie die allermeisten von einer Jamaika-Koalition ausgegangen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "So wie ich selbst werden die Delegierten auf dem SPD-Parteitag nur durch Inhalte zu überzeugen sein."

Doch nach Politikern der CSU hat auch der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl Forderungen der SPD nach Nachverhandlungen eine klare Absage erteilt. "Union und SPD waren in ernsthaften Gesprächen und nicht beim Ringelpiez mit Anfassen", sagte Strobl. "Was wir miteinander vereinbart haben, gilt."

Umfrage: Wenig Begeisterung für GroKo

Eine Mehrheit der Deutschen lehnt laut einer Umfrage des Instituts Infratest dimap eine Neuauflage der Großen Koalition ab. In der vergangene Woche vorgenommenen Befragung für die "Welt am Sonntag" bezeichneten 52 Prozent ein solches Bündnis als "weniger gut" oder "schlecht". Nur 40 Prozent bewerteten eine neue "Groko" als "gut" oder "sehr gut".

Unter den Anhängern der SPD, ist die Skepsis gegenüber einer Fortsetzung der Regierungszusammenarbeit mit der Union demnach noch größer. Hier lehnten 60 Prozent eine Große Koalition ab, nur 38 Prozent bewerteten diese positiv. Die Befragung erfolgte allerdings vor Bekanntwerden der Sondierungsergebnisse.