Auslands-Amerikaner für Clinton

Casper Tolstrup, Sprecher der "Democrats abroad" in Österreich.
Hoffnung auf einen hohen Wahlsieg.

Ein in Österreich lebender Amerikaner, der Donald Trump wählen wird? Casper Tolstrup überlegt kurz und schüttelt entschlossen den Kopf. "Ich kenne keinen", sagt der junge Social-Network-Experte und fügt eilig hinzu. "Bei Amerikanern, die im Ausland leben, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie Demokraten sind." Tatsächlich sucht man eine Organisation wie die "Republicans abroad" in Österreich vergeblich, während die "Democrats abroad" hiezulande höchst aktiv sind.

Als ihr Sprecher berichtet Tolstrup von einer "sehr hohen Motivation der Amerikaner hier, an den Wahlen teilzunehmen." Und das offenbar noch viel deutlicher, seit der republikanische Präsidentschaftskandidat andeutete, das Wahlergebnis könnte gefälscht sein.

Einige Tausend Wahlkarten der rund 15.000 in Österreich lebenden Amerikaner werden ihren Weg in die USA finden. Weltweit sind es zwischen sechs und acht Millionen Auslands-Amerikaner, von denen ein Gutteil am 8. November mit entscheidet. Gewertet wird die Stimme eines Auslandsamerikaners in jenem US-Bundesstaat, in dem er zuletzt gelebt hat.

"Meine Hoffnung ist nicht nur, dass Hillary gewinnt", sagt der 26-jährige Anhänger der Demokraten zum KURIER, "sondern dass sie sehr hoch gewinnt – und Senat und Repräsentantenhaus mitzieht. Denn um regieren zu können, wird sie auch mehr Demokraten im Kongress brauchen."

Weniger Hillary-Skepsis

Von der sonst so weit verbreiteten Hillary-Skepsis ist unter den "Democrats abroad" in Wien nicht viel zu spüren. Für Casper Tolstrup gereicht ihr zum Vorteil, was ihr sonst oft vorgeworfen wird – nämlich Teil des politischen Establishments zu sein. "Sie ist schon seit 30 Jahren dabei, und das beweist auch, dass sie etwas richtig gemacht hat, sie hat unglaublich viel Erfahrung." Hillary Clinton wolle regieren, sagt der junge Amerikaner und ist sich sicher, "und sie wird es gut machen."

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