ATTENTION EDITORS - REUTERS PICTURE HIGHLIGHT TRANSMITTED BY 2342 GMT ON APRIL 15, 2013 WAS453 Runners continue to run towards the finish line of the Boston Marathon as an explosion erupts near the finish line of the race in this photo exclusively licensed to Reuters by photographer Dan Lampariello after he took the photo in Boston, Massachusetts. Mandatory Credit REUTERS/Dan Lampariello - REUTERS EXCLUSIVE REUTERS NEWS PICTURES HAS NOW MADE IT EASIER TO FIND THE BEST PHOTOS FROM THE MOST IMPORTANT STORIES AND TOP STANDALONES EACH DAY. Search for "TPX" in the IPTC Supplemental Category field or "IMAGES OF THE DAY" in the Caption field and you will find a selection of 80-100 of our daily Top Pictures. REUTERS NEWS PICTURES. TEMPLATE OUT

© Reuters/STRINGER

Terror in Boston

Augenzeugen: "Da war Rauch, alle haben geschrien"

Augenzeugen: Alle österreichischen Marathon-Teilnehmer kamen mit dem Schrecken davon.

von Markus Foschum, Ulrike Botzenhart, Michael Petermair, Niki Nussbaumer

04/16/2013, 04:23 PM

Es ist alles so schnell gegangen. Ich habe die Läufer beobachtet und wollte meinen Mann in Empfang nehmen. Auf einmal gab es einen riesigen Knall und eine weiße Wolke ist aufgestiegen.“ In den schrecklichen Sekunden des Bostoner Marathons stand Doris Korcak nur 200 Meter hinter der Ziellinie. Ihr Mann sollte sie nicht überqueren. Thomas Korcak wurde 600 Meter vorher gemeinsam mit Hunderten anderen Läufern von der Polizei gestoppt.

Das Grazer Ehepaar blieb unverletzt. „Ich habe die Explosion nicht einmal gespürt. Nur gesehen. Auf einmal sind alle schreiend in meine Richtung gelaufen. Die Polizei hat hin und her geschrien, sie erwarten noch mehr Bomben“, schildert Doris Korcak. „Mein erster Gedanke war, irgendetwas muss ich jetzt tun. Ich bin die Strecke abgegangen, aber habe meinen Mann nicht gefunden.“

Das Handynetz war zu diesem Zeitpunkt deaktiviert, das Gebiet abgeriegelt. „Es sind viele Angehörige herumgelaufen und haben Namen geschrien. Als ich wieder denken konnte, habe ich angefangen zu rechnen. Irgendwann war ich mir sicher: Es ist zu früh. Mein Mann war noch nicht an der Unglücksstelle“, erzählt Korcak. Erst drei Stunden später konnte sie ihn im Hotel endlich wieder in die Arme schließen.

Andrea und Thomas Simeth aus Wals bei Salzburg sitzen am Dienstag in ihrem Hotel vor dem Fernseher und schauen Nachrichten. In 3:53 Stunden absolvierten die 47-Jährigen ihren ersten Boston Marathon – alles unwichtig, angesichts der Ereignisse am Montag. „Uns geht’s gut. Wir sind eine Viertelstunde vor dem Anschlag ins Ziel gekommen“, erzählt Andrea Simeth. Die beiden waren auf dem Weg zur Gepäckrückgabe, als die beiden Bomben hochgingen, 300 Meter vom Ehepaar entfernt.

Ein Unfall?

„Rauch ist aufgestiegen. Aber niemand hat realisiert, was gerade passiert ist. Wir haben gedacht, das war ein Unfall.“ Angst hatte Simeth nicht; auch Panik habe es keine gegeben. „Polizisten haben Straßen abgesperrt und ein Haus evakuiert, aber es ist total ruhig abgelaufen“, berichtet Simeth. „Es ist unvorstellbar. Es war so eine tolle Stimmung. Man läuft durch friedliche Orte, Menschen sitzen vor den Häusern, und es spielen Bands. Wer ist so wahnsinnig und missbraucht so ein Sportevent?“

Die fröhliche, tolle Stimmung vor dem Anschlag beeindruckt auch die routinierten Marathonläufer Norbert Albrecht (72) aus Enns und seinen Freund Franz Hofer (52) aus Ernsthofen. „Es ist traurig, dass eine derart lustige und freudvolle Veranstaltung ein solches Ende nimmt. Die Betroffenen haben mein Beileid“, sagt Hofer leise. „Ich wage gar nicht zu denken, was passiert wäre, wenn die Bomben wo anders platziert gewesen wären – etwa bei der riesigen, bis zum letzten Platz gefüllten Tribüne kurz vor dem Ziel.“

Hofer war zehn Minuten vor dem ersten Knall ins Ziel eingelaufen – „und damit im sicheren Bereich“. Sein Läuferfreund Albrecht wurde einige Hundert Meter vor dem Ziel in eine Seitenstraße manövriert. „Ich hatte keine Ahnung, was los ist. Dann riefen Leute ,the bomb, the bomb‘! Ununterbrochen jaulten die schrillen Sirenen von Rettung, Polizei, Feuerwehr. Innerhalb kürzester Zeit waren überall schwer bewaffnete Soldaten positioniert.“

Josef Egger, Reiseleiter von „Runners unlimited“ aus Vösendorf, steht knapp vor der Ziellinie, als die Bomben hochgehen. Seine Sorge gilt zehn Läufern aus Österreich, die beim Marathon unterwegs sind – darunter Hofer und Albrecht. „Von vier wusste ich nicht sofort, wo sie sind.“ Es dauerte, bis von allen die Entwarnung kommt: „Wir waren unglaublich froh, alle wohlbehalten wiederzusehen. Das wahre Ausmaß erfuhren wir aber erst später.“

Späte ErleichterungHelmut Kastl aus Lasberg (OÖ) war längst im Ziel, als es passierte. Wegen einer Zerrung fuhr er dann gleich mit seiner Frau zurück ins Hotel. „Die Stadt befindet sich noch immer im Ausnahmezustand“, sagt der 51-jährige voestalpine-Mitarbeiter. „Uns wurde aber versichert, dass wir ohne Probleme abreisen können.“

Explosionen erschüttern Marathonlauf

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