Politik | Ausland
17.10.2017

IS in syrischer Ex-Hochburg Rakka geschlagen

US-Verbündete hissen Flagge im Stadion der Stadt. Der IS kontrolliert nur noch wenige Bereiche seiner ehemaligen Hochburg in Syrien.

Die radikalislamische IS-Miliz ist in ihrer einst wichtigsten syrischen Hochburg Raqqa offenbar geschlagen. Von den USA unterstützte kurdische und arabische Kämpfer hätten den Ort vollkommen unter ihre Kontrolle gebracht, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit.

Die Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) erklärten, sie hätten das zentrale Krankenhaus und das Stadion und damit die beiden letzten großen Bastionen des sogenannten Islamischen Staats (IS) in der Stadt eingenommen. Raqqa galt als Hauptstadt des IS in Syrien. Zusammen mit Mossul im Irak bildete es eine der zentralen Achsen in dem vom IS ausgerufenen Kalifat. Aus Mossul wurden die Islamisten im Sommer vertrieben.

Reuters-Mitarbeiter beobachteten, wie die Flagge der kurdischen YPG-Miliz im Stadion gehisst wurde. Die YPG stellt die stärkste Einheit innerhalb der SDF, die den IS seit Juni in Raqqa bekämpfte. Auf den Straßen feierten SDF-Kämpfer ihren Sieg. Schüsse waren nur noch vereinzelt zu hören.

Rückzug

Der IS hatte Raqqa 2014 erobert. Von dort aus wurden zahlreiche Angriffe und Anschläge im Ausland geplant. Doch seit heuer befindet sich der IS auf dem Rückzug. In Syrien wurde die Miliz weitgehend in ein Gebiet am Euphrat und in die umliegende Wüste zurückgedrängt. Seine letzte große Offensive gegen den IS startete der SDF am Sonntag, nachdem eine Gruppe von syrischen Dschihadisten Raqqa im Zuge eines mit Stammesältesten ausgehandelten Evakuierungsabkommens verlassen hatte. Zurückblieben waren bis zu 300 Islamisten, die die letzten IS-Stellungen in Raqqa verteidigen wollten, darunter das Krankenhaus und das Stadion.