Politik | Ausland
19.03.2018

Assad vor durchschlagendem Erfolg in Ost-Ghouta

Immer mehr Menschen fliehen aus Ost-Ghouta. In der von der Türkei nun besetzten kurdischen Stadt Afrin gab es Tote bei einem Anschlag.

In zwei Gebieten im vom Bürgerkrieg ohnehin gebeutelten Syrien machen derzeit heftige Kämpfe internationale Schlagzeilen: in Ost-Ghouta - in der Nähe von Damaskus - und rund um die Stadt Afrin im Norden es Landes.

In Ost-Ghouta mehren sich die Anzeichen einer Niederlage der Rebellen. Die vorwiegend islamistischen Kämpfer haben kaum mehr Chancen gegen die Truppen von Präsident Bashar al-Assad. Weitere 6.000 Menschen hätten das Gebiet von Ost-Ghouta am Montag verlassen, berichtete die russische Agentur Tass unter Berufung auf Zahlen des Verteidigungsministeriums. Bereits am Sonntag waren nach russischen Angaben 20.000 Menschen geflohen.

Türkei: Ankündigung zu Stadt Afrin

In der Stadt Afrin im Norden Syriens starben unterdessen nach Angaben der amtlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi vom Montag sieben Zivilisten und vier Mitglieder der Rebellengruppe "Freie Syrische Armee", die von der Türkei unterstützt wird. Sie seien bei einem Bombenanschlag getötet worden, berichtete Anadolu. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Wochenende erklärt, seine Truppen hätten die überwiegend von Kurden bewohnte Stadt eingenommen.

Die türkische Armee gab am Montag aber bekannt, sich aus der gerade erst eingenommenen Region Afrin im Norden Syriens wieder zurückzuziehen. Die Türkei werde den überwiegend von Kurden bewohnten Landstrich an der Grenze zur Türkei ihren "wirklichen Besitzern" überlassen, kündigte Armee-Sprecher Bekir Bozdag am Montag an. Bozdag, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist, ließ zunächst offen, wer mit den "wirklichen Besitzern" Afrins gemeint und wann mit einem Abzug zu rechnen sei.

Erdogan und Assad vor Ziel

Assad und Erdogan waren zuletzt an den beiden aktuellen Brennpunkten des Bürgerkriegs ihren Zielen näher gekommen. Die Türkei hatte im Jänner eine Offensive gegen die kurdische Miliz YPG in Afrin gestartet und angekündigt, die Kämpfe auf andere Kurdengebiete auszuweiten. Afrin ist eine von drei kurdischen Kantonen in Nordsyrien an der Grenze zur Türkei. Die Türkei will verhindern, dass sich ein zusammenhängendes kurdisches Einflussgebiet vom Irak über Syrien bis in die Türkei bildet.

Unicef-Mitarbeiter Andreas Knapp über die Lage