Politik | Ausland
05.01.2012

Ankläger will Todesstrafe für Mubarak

Das angeklagte Vorgehen des ägyptischen Ex-Präsidenten gegen die Demonstranten sei Mord gewesen, so der Staatsanwalt.

Im Prozess gegen den früheren ägyptischen Staatschef Hosni Mubarak hat die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe gefordert. Laut Gesetz stehe auf Mord die Todesstrafe, sagte Ankläger Mustafa Suleiman am Donnerstag in seinem Plädoyer in Kairo. Zuvor hatte er erklärt, es lägen handfeste Beweise dafür vor, dass der "tyrannische Führer" Mubarak für tödliche Schüsse auf Demonstranten während des Umsturzes im vergangenen Jahr verantwortlich sei.

Die Staatsanwaltschaft forderte auch die Todesstrafe für die Mitangeklagten: zwei Söhne Mubaraks und seinen damaligen Innenminister. Der Richter vertagte den Prozess bis Montag, den 9. Jänner. "Die Anklage verlangt die Höchststrafe gegen Mubarak und die übrigen Angeklagten, das ist der Tod durch den Strang", sagte Mustafa Khater, ein Mitglied des Anklägerteams im Gerichtssaal.

Das Verfahren gegen Mubarak, der am 11. Februar 2011 nach drei Jahrzehnten an der Macht aufgrund heftiger Proteste sein Amt aufgeben musste, hatte am 3. August begonnen. Mubarak werden die Anordnung von Gewalt gegen Regierungsgegner sowie Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Bei den Aufständen vor einem Jahr waren rund 850 Menschen getötet worden.