Politik | Ausland
19.09.2017

USA stocken Truppen am Hindukusch wieder auf

Trump hatte sich im Wahlkampf noch für einen kompletten Abzug stark gemacht, vor kurzem folgte die Kehrtwende.

Die USA stocken ihre Truppen am Hindukusch wieder auf und vollziehen damit eine Kehrtwende nach Jahren des schrittweisen Abzugs aus Afghanistan. Die meisten von mehr als 3.000 zusätzlichen Soldaten seien bereits unterwegs oder hätten ihren Marschbefehl erhalten, sagte US-Verteidigungsminister Jim Mattis am Montag.

US-Präsident Donald Trump hatte sich im Wahlkampf noch für einen kompletten Abzug stark gemacht, sich dann jedoch wegen der drastisch verschlechterten Sicherheitslage zum Kurswechsel entschieden. Der US-Senat stimmte unterdessen mit großer Mehrheit einer deutlichen Erhöhung des Militäretats auf 700 Milliarden Dollar (585,87 Mrd. Euro) zu. Im vergangenen Budgetjahr waren der US-Armee 619 Milliarden Dollar zur Verfügung gestanden.

Schwerpunkt Anti-Terror-Kampf

Mit der Truppenaufstockung in Afghanistan verbindet Trump auch einen Strategiewechsel in Afghanistan: Die US-Soldaten sollen am Hindukusch verstärkt gegen die radikalislamischen Taliban vorgehen. Trump, der sich in der Vergangenheit immer wieder gegen den kostenträchtigen und langwierigen Aufbau ausländischer Demokratien ausgesprochen hatte, legt damit den Schwerpunkt eindeutig wieder auf den Anti-Terror-Kampf. Seit dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes 2014 konzentrieren sich die meisten westlichen Staaten mit ihren Truppen am Hindukusch dagegen auf die Ausbildung und Beratung der einheimischen Sicherheitskräfte. Ende August waren nach Angaben des Pentagon rund 11.000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert.

Mehr Soldaten und mehr Geld

Der Beschluss des US-Senats sieht vor, dass das Verteidigungsministerium in Washington rund 640 Milliarden Dollar für seine Hauptaufgaben wie den Kauf von Waffen und die Bezahlung der Soldaten erhält. Enthalten ist darin unter anderem eine Gehaltserhöhung für Militärangestellte um 2,1 Prozent. Weitere etwa 60 Milliarden Dollar dienen der Finanzierung von Einsätzen wie in Afghanistan, dem Irak und Syrien. 8,5 Milliarden Dollar sind vorgesehen, um auch wegen der Nordkorea-Krise die Raketenabwehr auszubauen.

Das Repräsentantenhaus hatte ein ähnliches Gesetz bereits im Juli verabschiedet. Beide Versionen müssen nun noch in Einklang gebracht werden. Dabei wird erwartet, dass sich die Demokraten im Senat zur Wehr setzen. Sie haben angekündigt, gegen eine deutliche Erhöhung des Rüstungsetats zu stimmen, sollten Ausgaben-Obergrenzen bei anderen Programmen nicht abgeschafft werden.