An Italian airforce gunner of the International Security Assistance Force (ISAF) aims his weapon on a CH-47 Chinook during a flight over Herat June 20, 2013. REUTERS/Fabrizio Bensch (AFGHANISTAN - Tags: POLITICS MILITARY TRANSPORT)

© Reuters/FABRIZIO BENSCH

Afghanistan
07/18/2013

Beschäftigte der ISAF in Todesangst

Der Mord an acht Arbeitern schürt Angst vor Racheakten.

In einem kleinen Wagen waren sie zu acht unterwegs. Acht Männer, allesamt Ernährer ihrer Familien. Beschäftigt bei einem Arbeitgeber, den man in Afghanistan dieser Tage besser nicht offen nennt: Die internationale NATO-Truppe ISAF. Auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz, einem NATO-Camp in der Unruheprovinz Logar gleich südlich von Kabul, wurden sie von Bewaffneten gestoppt, in ein nahes Dorf gezerrt und einer nach dem anderen durch angesetzte Kopfschüsse ermordet.

Während sich die ISAF in ihren letzten Monaten in Afghanistan zunehmend in ihren schwer befestigten Basen einbunkert und ihren Abzug vorbereitet, werden vor allem Afghanen zum Ziel Aufständischer – sowohl Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte als auch zivile Mitarbeiter der ISAF. Und vor allem letztere sind ein besonders leichtes Ziel, das auf Märkten überall im Land wie eine Ware gehandelt wird. Informationen darüber, wer für die ISAF tätig ist, lassen sich zu Geld machen. Die Taliban bezahlen dafür. Und besonders gut für Übersetzter. Denn sie sind in einem Land, in dem kaum jemand Englisch spricht, letztlich die einzige Schnittstelle zwischen den ausländischen Soldaten und der Bevölkerung. Und als ständige Begleiter von Einheiten sind sie ganz besonders exponiert. Viele haben derzeit auch in Gegenden, die einst als sicher galten, wieder damit begonnen, sich zu vermummen.

Wie viele afghanische Mitarbeiter die ISAF beschäftigt, ist schwer zu sagen. Offizielle Zahlen gibt es nicht. Klar aber ist: Es sind Tausende. Von Übersetzern über Reinigungskräfte bis hin zu Bauarbeitern. Und vor allem die besser Ausgebildeten unter ihnen tun alles, um aus dem Land zu kommen. Aus Angst vor Rache, aber auch angesichts der Ausweglosigkeit jemals wieder eine ähnlich gut bezahlte Stelle zu bekommen. Zumindest die deutsche Regierung hat bisher aber nur einem Antragsteller Asyl gewährt.

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