Politik | Ausland
24.01.2018

Anschlag auf "Save the Childen"-Büro, IS bekennt sich

Mindestens vier Menschen getötet. Gebäude der Organisation "Save the Children" weiter umkämpft. Hilfstätigkeit im Land vorübergehend ausgesetzt.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den Angriff auf ein Büro der Kinderhilfsorganisation "Save the Children" in Ostafghanistan für sich reklamiert. Mindestens vier Menschen wurden nach jüngsten Angaben bei dem Anschlag am Mittwoch in Jalalabad getötet, unter ihnen zwei mutmaßliche Angreifer. Weitere 20 Menschen wurden laut der Provinzregierung verletzt.

Außerdem sollen 40 Mitarbeiter der Hilfsorganisation in dem weiterhin umkämpften Haus in einem Schutzraum gefangen sein. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) von einem Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden wollte. In dem Büro arbeiteten bei Vollbesetzung um die 100 Personen. Ob auch internationale Mitarbeiter im Haus waren, blieb zunächst unklar.

Das IS-Sprachrohr Amaq verbreitete eine Mitteilung, in der von einer "Selbstmordoperation", unter anderem mit einer Autobombe, die Rede war. Ziel seien britische und schwedische Institutionen und afghanische Regierungseinrichtungen gewesen. Der IS hat in Ostafghanistan seine einzige territoriale Basis und verübt dort und auch in der Hauptstadt Kabul zunehmend blutigere Anschläge.

"Save the Children" gab unterdessen bekannt, die Hilfstätigkeit in Afghanistan vorübergehend auszusetzen. Sobald es die Sicherheitslage erlaube, wolle man diese wieder aufnehmen.

"Save the Children" ist eine der größten Hilfsorganisationen in Afghanistan. Die NGO arbeitet seit Jahrzehnten in vielen Provinzen und hilft vor allem Kindern und Müttern in den Bereichen Gesundheit und Bildung.