Frauke Petry.

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AfD
10/06/2016

"Afro-arabisches Lumpenproletariat": Frauke Petry provoziert mit Rede

Ein paar Tage verzögert macht eine Rede von AfD-Chefin Frauke Petry die Runde und sorgt für Kritik.

Es war am Montag, dem Tag der Deutschen Einheit, als AfD-Chefin Frauke Petry in Stuttgart ihre Rede hielt. Bisher kaum beachtet, regt sich immer mehr Kritik an ihren Worten.

Was hat sie gesagt?

Petry begann mit einem Vergleich der BRD mit der DDR. Dort sei die Politik durch ideologische Wunschvorstellungen bestimmt gewesen, die „Politikerkaste“ sei abgehoben gewesen und habe die Probleme der Bürger ignoriert. Die Medien hätten nicht die Realität dargestellt. „Es war gefährlich, seine Meinung zu sagen“, sagte Petry und fügte als rhetorische Frage an die rund 300 Gäste hinzu: „Kommt Ihnen das bekannt vor?“ Die AfD werde dafür eintreten, dass solche Zustände nicht „auf leisen Sohlen wieder zurückkehren“.

Anschließend versuchte Petry Rechtsextremismus auf ihre Art zu erklären und quasi zu rechtfertigen, denn „die Bundesregierung importiert Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“, erklärte sie, „wobei der Verdacht nicht ganz von der Hand zu weisen ist, dass die Fremdenfeindlichkeit vieler Einheimischer ohne die fremdenfeindlichen Taten vieler Einwanderer dies sich nur eben gegen Einheimische richten weitaus geringer wäre.“ Aber sie hat natürlich nicht per se etwas gegen Migranten, denn „ Deutschland kann auch Einwanderer gebrauchen“. Immerhin habe Deutschland über Jahrhunderte beweisen, dass „fähige und assimilationswillige Einwanderer hier eine neue Heimat finden können“.

Anschließend folgte eine Warnung vor dem „Kampf“ zwischen den in Europa „ansässigen Transferempfängern“ und dem eingewanderten „Lumpenproletariat der afro-arabischen Welt“. Aussagen anderer Parteien, die Deutschland als eine vielfältige und bunte Nation bezeichnen, verurteilte sie und plädierte – wenn auch indirekt – für ein ethnisch homogenes Volk, denn „was soll man denn von diesen ganzen ‚Deutschland-ist-bunt‘-Kampagnen halten?“, fragte sie rhetorisch und sagte überspitzt „bunt ist auch ein Komposthaufen.“

Das sagen die Kritiker

Gegenüber faz.net meldeten sich Politiker mehrerer Parteien zu Wort. Zum einen Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen, der die Rede als „Pöbelei“ und „wöchentliche Grenzüberschreitung der Frauke Petry“ bezeichnete. FDP-Landtagsabgeordnete Timm Kern sagte: „Die AfD muss sich nicht wundern, wenn sich ihre Führungskräfte rechtsradikal äußern und ihr dann vorgeworfen wird, rechtsradikal zu sein. Die Wortwahl von Frau Petry steht für sich.“ Thomas Strobl, Baden-Württembergs Innenminister und CDU-Vorsitzender, sagte, die AfD sei „nicht die Retterin, sondern die Verräterin des Abendlandes“. „Einmal mehr zeigt die AfD ihre hässliche Fratze“, erklärte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Andreas Stoch.

Das sagt das "Volk"

Die gesamte Rede