Politik | Ausland
04.07.2017

600.000 Kinder stehen kurz vor dem Hungertod

WFP-Chef sieht in Sachen Hunger die "schlimmste globale Krise seit Zweitem Weltkrieg" und verliert Hoffnung, den Hunger bis 2030 ausrotten zu können.. 20 Millionen Menschen in vier Ländern von Hungersnot betrotten.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat kaum noch Hoffnung, global bis 2030 den Hunger zu beseitigen. "Es gibt null Chancen für null Hunger bis 2030, wenn wir nicht die von Menschen verursachten Konflikte beenden", sagte WFP-Direktor David Beasley der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag). Zehn der 13 Länder, die die meiste Hilfe vom WFP erhielten, seien von einem kriegerischen Konflikt betroffen. Die Lage sei äußerst kritisch, aufgrund der Konflikte könne das WFP viele Gebiete gar nicht erreichen.

"Wir erleben momentan die schlimmste globale humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg und die Situation verschlechtert sich noch", sagte Beasley der Zeitung. Im Jemen, dem Südsudan, in Somalia und Nigeria drohe eine Hungersnot. "Etwa 30 Millionen Menschen finden dort kaum Nahrung, 20 Millionen sind von der Hungersnot bedroht, davon 5,7 Millionen Kinder. 600.000 Kinder sind allein in diesen vier Staaten kurz davor zu sterben, wenn wir nicht die Finanzierung bekommen, die für die kommenden vier Monate notwendig ist."

Nach Angaben Beasleys nutzen vielerorts die kämpfenden Parteien den Hunger als Waffe. "Wenn Menschen etwa in Somalia, Syrien oder Jemen über lange Zeit keine Nahrung erhalten, schürt das den Konflikt, extremistische Gruppen erhalten Zulauf", sagte Beasley. "Wenn wir einen Zugang für unsere Hilfe erhalten, lindert das den Konflikt, verringert die Migration, aber auch den Extremismus."