Politik
05.12.2011

Ausländer: Wenig Interesse an Feuerwehr

Wer helfen will, soll das dürfen. Doch der Ausländer-Andrang bei der Feuerwehr in Kärnten und der Steiermark ist gering.

Ein brennendes Problem ist das Thema angeblich nicht. Dennoch kann man sich in der Steiermark und in Kärnten vorstellen, im "Notfall" künftig per Gesetz auch Ausländer zur freiwilligen Feuerwehr zuzulassen.

Wie berichtet, dürfen in beiden Bundesländern aufgrund entsprechender Landesgesetze nur österreichische Staatsbürger Feuerwehr-Mitglied werden.

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) sieht das als Integrationshindernis und will mit den Landeshauptleuten Franz Voves (SPÖ) und Gerhard Dörfler (FPK) reden.
Auf KURIER-Anfrage heißt es in beiden Ländern, es gebe keinen Handlungsbedarf, weil EU-Bürger ohnehin bereits zu den Feuerwehren zugelassen seien. Sollte sich aber ein Bedarf ergeben, werde man reagieren.

Offen

Kurt Kalcher, Leiter der Katastrophenschutzabteilung in der Steiermark, ist "offen" für Verbesserungen. Integration auf allen sich bietenden Ebenen sei natürlich erwünscht, deshalb sei man grundsätzlich gesprächsbereit. Der steirische Landesfeuerwehrverband sehe aber derzeit keinen Handlungsbedarf.

Noch zurückhaltender argumentiert man in Kärnten. "Eine rettende Hand wird niemand ablehnen", sagt Carl Ferrari-Brunnenfeld, Sprecher von Landes-Vize Uwe Scheuch, der im Land für die Feuerwehren zuständig ist. Bei den Feuerwehren in Kärnten gebe es aber keinen Massenansturm ausländischer Bewerber. Gesetze seien dann zu adaptieren, wenn es notwendig sei. Auf Zuruf von Staatssekretär Kurz werde man sicher nicht reagieren, sondern nur auf Wunsch der Kommandanten, so der Sprecher von Uwe Scheuch, dessen Chef derzeit andere Sorgen hat.

Rotes Kreuz

Beim Roten Kreuz, einer anderen Rettungsorganisation, die oft gemeinsam mit der Feuerwehr im Einsatz ist, hat man bereits reagiert.

Statt Ausländer von der Hilfstätigkeit auszuschließen, wird bewusst um freiwillige Helfer mit Migrationshintergrund geworben. Das Projekt "Integration durch Ehrenamt" etwa richtet sich konkret an muslimische Jugendliche.