© HBF/Andy Wenzel

Politik
12/05/2011

Arnie führt Faymann durch sein "grünes Kalifornien"

Ex-Gouverneur Schwarzenegger präsentiert seinem Du-Freund Werner Faymann stolz Umweltschutzprojekte und Spitzenforschung.

Arnold Schwarzenegger gibt gerne den großen Politiker: Er tut so, als wäre er noch im Amt, enthusiastisch begrüßt der ehemalige kalifornische Gouverneur seinen Du-Freund Werner Faymann zu einem Treffen, das mehr als fünf Stunden dauern wird. Bodyguards und seine engsten Mitarbeiter weichen dabei nicht von seiner Seite.

"Hier kannst du etwas sehen", sagt der Terminator zu Faymann. Damit hat er recht: Der Kanzler besucht die Elite-Universität "Caltech" (California Institut of Technology). Hier, am Stadtrand von Los Angeles, wird Spitzenforschung betrieben, mit den besten Studenten und hervorragenden Professoren. 32 Nobelpreisträger hat die Uni in den vergangenen 100 Jahren hervorgebracht. "Das ist eine Verpflichtung, weiter Großes zu leisten, wir setzen diese Tradition fort", sagt Professor Nate Lewis, Direktor des Instituts für erneuerbare Energie. Schwarzenegger und die Uni-Spitze begleiten den Bundeskanzler durch den Campus in die Labors, wo in kleinen Teams Solarzellen entwickelt werden, die noch mehr Energie liefern sollen. "Caltech" versorgt sich zu 60 Prozent selbst mit alternativer Energie. "Wir wollen den Traum wahr machen, den Energiebedarf von ganz Kalifornien zu decken", erklärt Lewis. Schwarzenegger unterbricht: "Das sollen sich auch die in Washington zu Herzen nehmen."

Der Ex-Gouverneur arbeitet akribisch daran, Nachhaltigkeit, Umweltschutz und die Reduktion von schädlichen CO2-Emissionen mit seinem Namen in Verbindung zu bringen - und nicht private Affären wie seine bevorstehende Scheidung. Eines kann Schwarzenegger für sich verbuchen: Er hat Kalifornien zum Trendsetter für erneuerbare Energie gemacht - sein politisches Vermächtnis.

Österreichischer Forscher

Am Weg von einem Institut zum anderen begegnet der Kanzler einem österreichischen Wissenschafter. Simon Gröblacher hat Quantenphysik bei Anton Zeilinger in Wien studiert, mit einem Stipendium der EU betreibt er jetzt für zweieinhalb Jahre Grundlagenforschung in Los Angeles. "Wir arbeiten sehr hart, aber die Motivation stimmt." 2000 Studenten werden hier von 300 Professoren unterrichtet, nur die Besten werden aufgenommen. 36.000 US-Dollar (33.000 Euro) pro Jahr kostet die Studiengebühr. Zwei von drei Studenten bekommen jährlich ein Stipendium von 20.000 Dollar.

"Ich bin beeindruckt, mit welchem Engagement und mit welcher Leidenschaft Professor Lewis die Dinge erklärt und die Studenten begeistert", zeigt sich Faymann beeindruckt. Durchaus möglich, dass der Kanzler nach dem Besuch von "Caltech" die Elite-Bildung auch in Österreich forciert.

Schwarzenegger zeigt Faymann noch die größte Sport- und Veranstaltungshalle von Los Angeles, das "Staples Center" samt Sonnenkollektoren am Dach. Der ehemalige Hollywood-Held mag die Halle: "Mit meinen Kids bin ich einmal in der Woche hier, um ein Basketball-Spiel aus der Nähe zu sehen." Mehr Privates gibt er nicht preis, Schwarzenegger wird sofort sachlich: "Wir in Kalifornien wollen den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 auf ein Drittel ausbauen. Das ist ein schwerer Kampf gegen die mächtige Ölindustrie."

Den Abend lassen der Bundeskanzler und Schwarzenegger im "WP 24" ausklingen. WP steht für Wolfgang Puck, dem Kärntner Starkoch in Kalifornien, 24 ist die Etage im Ritz Carlton, wo sich das asiatische Restaurant befindet. Mitten ins Essen platzt der Bürgermeister von Los Angeles, Antonio Villaraigosa, um Faymann eine Ehrenurkunde zu überreichen. "Arnie ist mein Bruder" und "mit den Österreichern möchte ich Business machen", sagt der demokratische Politiker.

Apropos Business: Ein Verkaufserfolg wird auf jeden Fall die Biografie Schwarzeneggers werden. "Ich arbeite hart daran. Das Buch kommt im Februar auf den Markt." Über den Inhalt verrät er nichts. Vielleicht sagt der Gouverneur mehr, wenn er am 7. Oktober das Schwarzenegger-Museum in Thal bei Graz, seinem Geburtsort, offiziell eröffnet.

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