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Politik
12/05/2011

"Als Rektor würde ich jetzt Gebühren einheben"

Minister Töchterle über Uni-Gebühren und Gutachten.

KURIER: Die SPÖ wirft Ihnen vor, sich für die Abschaffung der Studiengebühren im Jahr 2008 rächen zu wollen.
Karlheinz Töchterle:
Rache, Ultimaten - es waren unglaubliche Vorwürfe dabei und eine Wortwahl, die mich getroffen hat. Ich habe nichts Ehrenrühriges gemacht, sondern das, was ich als Minister machen muss: Dafür Sorge zu tragen, zu wissen, was ist, wenn wir zu keiner Einigung kommen, weil die SPÖ weiter jegliche inhaltliche Diskussion verweigert.

Viele Rektoren wollen nicht auf Basis eines Gutachtens Gebühren einheben. Hätten Sie sich getraut?
Ich hätte mich das als Rektor getraut, da bin ich ganz sicher. Das Risiko für die Unis ist relativ gering: Wenn Studenten klagen und der Verfassungsgerichtshof dem wider erwarten recht gibt - dann müssten die Unis die Beiträge zurückzahlen.

Die Grünen haben eine von Ihnen gezeichnete Resolution der Innsbrucker Fakultät für Geisteswissenschaften aus dem Jahr 2000 gefunden, die sich gegen Studiengebühren ausspricht. Ist die Wahrheit eine Töchterle der Zeit?
Ein Kollegium von 40, 50 Leuten hat diese Resolution beschlossen, ich habe sie als Vorsitzender publiziert. Ich war nie ein entschiedener Gegner von Studiengebühren. Als die Debatte im Jahr 2000 aufkam, musste ich mir die Position, die ich heute habe, erst erarbeiten. Ich war nicht vom ersten Moment an pro oder kontra.

Sie fordern Gebühren und Zugangsregeln - man könnte meinen, Sie wollen Studenten von der Uni fernhalten.
Ich will für die Unis und die Studenten die besten Rahmenbedingungen. Man darf den Studenten nicht vorlügen, sie sollen kommen - und dann sind die Betreuungsverhältnisse schlecht.

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