Afghanen wollen allein für Sicherheit sorgen

dapdAfghan policewomen march during a graduation ceremony at a police training center in Guzara, Herat province west of Kabul, Afghanistan, Thursday, March 15, 2012. Around 270 policemen including 27 policewomen graduated after receiving ten weeks of trai
Foto: dapd Afghanistans Präsident Hamid Karzai fordert den Abzug der internationalen Truppen und vertraut seinen eigenen Einheiten.

Die Regierung will schon 2013 die Verantwortung übernehmen. Ein blutiger Anschlag kostet neun Frauen und vier Kinder das Leben.

Die afghanische Regierung will die Sicherheitsverantwortung im Land bereits 2013 und nicht wie bisher geplant 2014 von den USA übernehmen.

Ein Sprecher von Präsident Hamid Karzai sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Kabul, der Staatschef habe dies US-Verteidigungsminister Leon Panetta gesagt. "Wir sind bereit, die gesamte Sicherheitsverantwortung jetzt zu übernehmen, und würden es vorziehen, wenn der Prozess 2013, nicht 2014, abgeschlossen ist", sagte Karzai demnach.

Bei dem Besuch Panettas habe Karzai außerdem den Rückzug der internationalen Truppen aus den Dörfern zurück in ihre Stützpunkte gefordert. Am Sonntag hatte ein US-Soldat bei einem Amoklauf in zwei Dörfern der südafghanischen Provinz Kandahar 16 Zivilisten getötet. Die Tat sorgte für erneute Spannungen zwischen den USA und Afghanistan. Der Amokläufer wurde in der Zwischenzeit nach Kuwait ausgeflogen. Erst vor wenigen Wochen war bekanntgeworden, dass in einem US-Stützpunkt Koran-Exemplare verbrannt wurden. Die Gewalt dauerte indes an. Bei einem Anschlag in der südafghanischen Provinz Uruzgan wurden am Donnerstag neun Kinder und vier Frauen getötet.

Friedlicher Protest

Nach Informationen des Senders CNN befindet sich der mutmaßliche Amokläufer in einer US-Militärbasis in Kuwait. Dort gebe es auch entsprechende Einrichtungen der US-Militärjustiz, hieß es unter Berufung auf ungenannte Quellen im Verteidigungsministerium. Das Parlament in Kabul hatte von der US-Regierung gefordert, den Täter "sobald wie möglich in einem öffentlichen Gericht in Afghanistan unter Beteiligung des afghanischen Volkes zu bestrafen."

Bei dem Massaker in der Provinz Kandahar waren nach afghanischen Regierungsangaben 16 Menschen getötet worden, unter ihnen neun Kinder. Mehrere hundert Menschen demonstrierten am Donnerstag in der südafghanischen Stadt Kalat nach Polizeiangaben friedlich gegen das Massaker. "Die Demonstranten rufen anti-amerikanische Parolen", sagte ein Polizeisprecher: "Sie sagen, dass die Amerikaner das Land verlassen sollen."

Blutiger Anschlag

Bei einem Anschlag in Uruzgan wurden am Donnerstag neun Kinder und vier Frauen getötet. Zwei Männer seien verletzt worden, als ein Fahrzeug mit Zivilisten in eine Sprengfalle geraten sei, sagte der Sprecher der Polizei, Farid Hayel. Hayel betonte, die Mine sei vor kurzem von den Taliban gelegt worden. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

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(apa / jom) Erstellt am
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