Abtreibung: ÖVP gegen Stöger-Plan

Minister Stöger wiederholte am Donnerstag seine Forderung. Die ÖVP ortet ein "falsches Signal".
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

Der schwarze Klubchef Kopf ist gegen die Forderung des Gesundheitsministers: "Keine Standardaufgabe von öffentlichen Spitälern".

Der Gesundheitsminister bleibt dabei - aber die Kritik vom Koalitionspartner wird lauter. Alois Stöger (SPÖ) hat am Donnerstag erneut gefordert, Abtreibungen in ganz Österreich in öffentlichen Spitälern zu ermöglichen.

Minister Stöger wiederholte am Donnerstag seine Forderung. Die ÖVP ortet ein "falsches Signal". Foto: APA/ROLAND SCHLAGER Minister Stöger wiederholte am Donnerstag seine Forderung. Die ÖVP ortet ein "falsches Signal".

In Tirol und Vorarlberg werden Schwangerschaftsabbrüche nur in privaten Arztpraxen durchgeführt; im Burgenland gibt es gar keine Einrichtungen.

Nachdem bereits am Mittwoch Vertreter aus den ÖVP-regierten Bundesländern Tirol und Vorarlberg Stögers Vorstoß kritisiert hatten, meldete sich am Donnerstag die ÖVP-Spitze: Familienminister Reinhold Mitterlehner ortet ein "falsches Signal", das "konträr zur Arbeit des Familienministerium" stehe. Es gehe viel mehr um die Unterstützung und Beratung für die Eltern; darum, diesen "Mut zum Kind" zurückzugeben.

Verharmlosung?

Minister Stöger wiederholte am Donnerstag seine Forderung. Die ÖVP ortet ein "falsches Signal". Foto: APA/ROLAND SCHLAGER Minister Stöger wiederholte am Donnerstag seine Forderung. Die ÖVP ortet ein "falsches Signal".

Auch ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf ist gegen Stögers Forderung: Statt Schwangerschaftsabbrüche zu "Standardaufgaben" öffentlicher Spitäler zu machen, solle die Verringerung von Abbrüchen das Ziel sein. Abtreibungen dürften nicht "mit harmlosen Eingriffen oder Verhütungsmethoden gleichgesetzt werden". Auch FPÖ und BZÖ haben am Donnerstag ihre Kritik erneuert. Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng sprach von Abtreibungen als "eine Wunde der Gesellschaft".

Unterstützung bekommt Stöger vom Leiter des Wiener Gynmed-Ambulatoriums, Christian Fiala: Oft würden sich nicht die Ärzte weigern, meist gebe es interne Verbote der Krankenhäuser. Frauen in ländlichen Gebieten müssten deshalb weite Anreisen und unverhältnismäßig hohe Honorare in Kauf nehmen.

Fiala verweist auf das SPÖ-regierte Salzburg: Dort wurde 2005 die Möglichkeit zur Abtreibung in öffentlichen Spitälern geschaffen. Nach anfänglichem Widerstand habe sich die Einsicht durchgesetzt, dass es "keine vernünftige Alternative zu einem möglichst frühen und medizinisch sicheren Angebot für einen Abbruch gibt".

(kurier / Julia Hödl) Erstellt am
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