Politik
20.12.2011

Abspecken ist gesund

In den guten Zeiten wurden Pensionen versprochen, die uns heute teuer kommen.

Der Bericht im KURIER von Montag über Pensionen aus dem Reich der Traumzahlen hat zu einem heftigen Ansturm auf unsere Mailboxen geführt. Einige Begünstigte verweisen auf gültige Verträge und Vertrauensschutz, viele andere, nicht nur ASVG-Pensionisten, schrieben mit großer Wut im Bauch.

Bei diesen Fakten wundert man sich darüber, dass sich bis jetzt niemand über das Seniorenparadies der Privilegierten aufgeregt hat. Dass man als Akademiker nach nur 30 Arbeitsjahren im jugendlichen Alter von 55 Jahren 100.000 Euro und mehr kassieren konnte und kann, erinnert an griechische Zustände. Für die Mehrheit von uns gilt die Höchstgrenze von ca. 2800 Euro, die Durchschnittspension beträgt ca. 1100 Euro.

Diese absurden Unterschiede wurden unter anderem von Politikern beschlossen, die, ihrem Lebenslauf entsprechend, inzwischen Pensionistensprecher sind. Sie sind für ein System mitverantwortlich, das die ungleiche Behandlung von arbeitenden Menschen erfunden und verankert hat. Wobei Parteigünstlinge von Rot und Schwarz besonders profitiert haben. Das wurde akzeptiert, solange der Wohlstand für alle gewachsen ist. Es wird schwierig werden, die angeblich "wohlerworbenen Rechte" auch nur ein bisschen zu kappen.