A1-Netz vier Stunden lahmgelegt

Mehrere Stunden lang blieben bei A1 die Handys still.
Foto: ap

Salzburg/Tirol/Vorarlberg: Ein Softwarefehler sorgte für einen Komplettausfall bei A1. Einsatzkräfte waren nur über Umwege erreichbar.

Eigentlich kann man von Glück im Unglück sprechen, dass das A1-Netz am Sonntagvormittag in Salzburg, Teilen Tirols und Vorarlbergs zusammengebrochen war. Tausende A1-Kunden konnten nicht telefonieren, aber manche haben die Handy-Probleme einfach verschlafen: "Sonntagvormittag ist es meistens ruhig. Da gibt es zum Glück nicht viele Einsätze", fasst es Bernd Petertill vom Roten Kreuz zusammen.

Ab acht Uhr Früh waren alle A1-Handys lahmgelegt. 20 Techniker arbeiteten fieberhaft an der Behebung des Problems. Gegen 12.30 Uhr hatte man den Fehler in der Software entdeckt. Bis dahin waren die Einsatzorganisationen nur über Festnetz, Telefonzellen, einen anderen Netzbetreiber oder über den Euro-Notruf erreichbar.

Bei den Einsatzorganisationen stieg man intern auf Funk um. "Wir haben immer zwei Möglichkeiten der Kommunikation. Es wäre zu riskant, sich auf eine Variante zu verlassen", hieß es bei der Polizei.

Bergretter

Probleme gab es aber bei einem Einsatz der Bergrettung Golling. Samstagabend wurden die Retter von deutschen Kletterern alarmiert, die im Tennengebirge "Help"-Rufe gehört hatten. Bis drei Uhr Früh suchte man vergebens. Als man Sonntagfrüh die Helfer wieder zusammentrommeln wollte, konnte man etliche Personen nicht erreichen. "Die Hundestaffel konnte nicht alarmiert werden und jeden Bergretter können wir nicht mit Funk ausrüsten", sagt Sprecherin Maria Rieder.

Einsatzorganisationen appellieren, im Notfall den Euro-Notruf 112 zu versuchen: "Wenn man keinen Empfang hat, schaltet man das Handy aus, schaltet wieder ein und gibt statt dem Pin-Code 112 ein. Das Handy sucht sich das stärkste Netz."

Aus Tirol sind keine gröberen Versorgungsproblem bekannt. "Meine persönliche Vermutung ist, dass das Ganze relativ unkompliziert gewesen ist", schildert Fritz Eller vom Roten Kreuz Tirol. "Von der Leitstelle hab' ich keine Krisenmeldung bekommen. Den Mega-Gau hätten wir mitbekommen."

Bloß aus Kitzbühel ist eine kuriose Meldung bekannt: Ein Leichtverletzter kam selbst beim Roten Kreuz vorbei, um sich versorgen zu lassen. Für die Leitstelle und die Alarmierung der Mitarbeiter selbst spiele das Handy-Netz zudem nicht die wichtigste Rolle, sagt Eller.

(kurier / Elisabeth Holzer, Brigitte Kirchgatterer) Erstellt am
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