Politik
05.12.2011

93-Jährige kämpft für Asylwerber aus Nigeria

Steiermark: Nach dem Überfall auf eine Grazerin half ein Zeitungsverkäufer, den Täter zu fassen. Sie will nun seine Abschiebung verhindern.

Elisabeth Bauer fasst nach Gabriel Olusolas Händen, er drückt sie fest und strahlt die alte Dame an. "Er hat so viel für mich getan", sagt die 93-Jährige. Nachdem die Seniorin in Graz überfallen worden war, half der 31-Jährige, den Täter zu fassen.

Olusola ist Asylwerber. Seit 2008 verkauft der Nigerianer in Graz das "Megaphon", eine Straßenzeitung. Er möchte in Österreich bleiben, denn aus der Heimat habe er flüchten müssen. "Dieses Land ist sehr friedlich, es ist sehr schön hier."

Aber Olusola erhielt einen negativen Asylbescheid, auch der Einspruch wurde abgelehnt. Jetzt bleibt als letzte Hoffnung und Rettung vor der Abschiebung das humanitäre Aufenthaltsrecht.

Die rüstige Seniorin möchte den 31-Jährigen dabei unterstützen. Via ORF Steiermark wandte sie sich an die Öffentlichkeit: "Es ist mein Weihnachtswunsch, dass man ihm hilft."

Schreiben an LH

Ein Brief von Bauer an Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) ist unterwegs. "Die zuständige Fachabteilung wurde aufgefordert, alle Informationen zu übermitteln", lässt Voves mitteilen. "Erst danach kann die Situation beurteilt und allfällige rechtliche Möglichkeiten geprüft werden."

Elisabeth Bauers Enkel Rudolf Watzinger ärgert sich. "Man redet ständig von Integration. Da gibt es dann jemanden, der sich für eine ältere Frau einsetzt, und den schiebt man ab." Olusola hat den Räuber erkannt, der Elisabeth Bauer den Korb weggerissen hatte. Als er ihn kurz darauf wiedersah, alarmierte er die Polizei. "Ich habe mir gedacht, ,Eine so liebe Dame, wie kann man die überfallen?'" Der Täter, ebenfalls ein Nigerianer, wurde zu drei Jahren Haft verurteilt (nicht rechtskräftig).

Unterdessen kommen Hilfsangebote für Olusola. Er hat eine Einstellungszusage eines oststeirischen Landwirts erhalten. Das ist wichtig für den 31-Jährigen, denn ein Job oder eine fixe Zusage sind neben Sprache und sozialer Integration nötig für ein humanitäres Bleiberecht.

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