Politik
08.03.2012

80 Prozent mehr Selbstmorde in der US Army

Die Zahl der Sudizide in der US-Armee ist laut einer Studie in den Jahren nach dem Irak-Krieg deutlich gestiegen.

Die US-Kriegseinsätze im Irak und Afghanistan haben schlimmere psychische Folgen bei den Soldaten hinterlassen als bisher vermutet: Wie eine Studie des Public Health Command der US Army jetzt erhoben hat, ist die Selbstmordrate in den Jahren 2004 bis 2008 um 80 Prozent gestiegen. Aus Armeedaten sei herauszulesen, dass "etwa 40 Prozent der Selbstmorde in Zusammenhang mit den Ereignissen nach 2003 wie dem Krieg im Irak und den andauernden Einsätzen in Afghanistan stehen", erklärten die Ärzte der Presse. Der Anstieg im Untersuchungszeitraum sei beispiellos in den vergangenen 30 Jahren. „Der jüngste Anstieg kann als Spitze des Eisbergs angesehen werden“, so Kathleen Bachynski vom Public Health Command.

255 Todesfälle in zwei Jahren

In den Jahren 2007 und 2008 wurden insgesamt 255 Selbstmorde unter aktiven Soldaten registriert – 20,2 von 100.000 Personen, heißt dies umgelegt; die zu erwartende Rate liege jedoch bei 12 Personen auf 100.000, so die Studienautoren. Knapp die Hälfte von ihnen war zwischen 18 und 24 Jahre alt. Die Betroffenen seien überwiegend Soldaten in niedrigeren Rängen, zwei Drittel seien vorher in aktive Kampfeinsätze verwickelt gewesen.

Zeitgleich sei auch die Zahl der erfassten psychischen Krankheiten wie Depressionen, Angstzustände und posttraumatisches Stress-Syndrom in den Truppen gestiegen. Bei mehr als einem von vier Selbstmördern sei im Vorfeld ein psychisches Problem diagnostiziert worden. Die Ergebnisse ihrer Studie belegen nach Ansicht der Armee-Mediziner den hohen Bedarf eines besseren Frühwarnsystems und einer professionellen Betreuung gefährdeter Soldaten.