© Kurier/Jeff Mangione

podsandbowls
10/17/2020

Star-Violinist Yury Revich: "Wir brauchen mehr Komponistinnen"

Manche nennen Yury Revich den russischen Paganini. Im KURIER-Stadtstudio erzählt er von seiner millionenteuren Stradivari, Instagram und neuen Konzepten.

von Nina Oezelt

Manche nennen Yury Revich den russischen Paganini: Der 29-Jährige wurde in Moskau geboren und lernte bereits in frühen Jahren, Violine zu spielen. "Ich hatte gar keine Wahl", erzählt er im KURIER-Stadtstudio. Sein Urgroßvater, sein Großvater, sein Vater sowie seine Schwester spielten nämlich auch Violine.

Mittlerweile spielt der Echo-Preisträger auf einer Violine, die mehrere Millionen Euro Wert ist. Seine "Stradivari" ist eine Leihgabe der Goh-Stiftung aus Singapur. 

Violinist in vierter Generation

Bereits mit sieben ist Jahren ist Revich in das Moskauer Konservatorium eingetreten. Heute sagt er, dass ihm die russische harte Schule nicht geschadet hätte. Und ja, manchmal wurde einem die Violine auch an das Handgelenk gebunden. 

Aber umso mehr genoss er später die Zeit des Studiums in Wien an der Musik- und Privatuniversität der Stadt Wien.

In seinen jungen Jahren spielte Revich bereits Konzerte in bekannten Musikhäusern, wie der Carnegie-Hall in New York, an der Mailänder Scala, in der Metropolitan Hall in Tokio oder in der Cadogan Hall in London. Und natürlich im Wiener Musikverein. 

Am 15. Oktober 2020 eröffnete er die neueste Veranstaltungs-Location in Wien, die Libelle am Dach des Museumsquartiers. "Nächstes Jahr soll ich erstmals ein Konzert im Kolosseum in Rom spielen", sagt Revich mit Vorfreude. Wenn ihm Corona keinen Strich durch die Rechnung mache, betont er. 

Instagram, die Verbindung zu den Fans

Yury Revich ist einer der Künstler, der in sozialen Medien äußerst aktiv ist. Mit 28.000 Followern auf Instagram hat er sich eine Community aufgebaut.

"Viele Kollegen haben sich gegen Instagram gesträubt. In Zeiten von Corona haben sie aber gemerkt, wie wichtig das ist. Ich konnte dank meiner Follower weiterhin Hauskonzerte geben. Das hat mir geholfen, die Krise zu überleben", so Revich. 

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"Soziales Engagement liegt in meinem Naturell", erzählt der 29-Jährige im Interview. Er ist UNICEF-Botschafter und veranstaltet seit fünf Jahren die Konzertreihe "Friday Nights mit Yury Revich".

Organisiert wird sie vom Verein "My arts". Sein Ziel ist, die Vernetzung von jungen Kreativen zu fördern. Unterschiedliche Künstler und Kunstformen treten unter der Führung des jungen Violinisten gemeinsam auf. Klassische Musik wird mit modernen Kunstformen kombiniert - und das kommt beim Publikum gut an.

Recycling von Musik

Im Zuge der Reihe fand dieses Jahr im Semperdepot eine große Veranstaltung unter dem Titel "Die schmelzende Welt. Bewusstsein für den Klimawandel" statt. Revich performte gemeinsam mit zahlreichen anderen Künstlern, Schauspielern, Sängern und auch Forschern, das Event war restlos ausverkauft.

Er "recycelte" im Zuge dieser Veranstaltung musikalische Werke (unter anderem von Beethoven), die bisher nicht genutzt wurden und nicht verwertet wurden, zu einer neuen Komposition.

Mangel an Komponistinnen und Kreativität

In Wien fehlt es an neuen kreativen Ideen", sagt Revich. Man brauche jüngere und mutige Kompositionen, neue Konzepte für Konzerte. Und vor allem gebe es in Österreich und Wien einen Frauenmangel.

"Es gibt hier im Vergleich mit anderen Großstädten zu wenige Komponistinnen", kritisiert er. Man müsse die Musik aus dem 19. Jahrhundert in die Zukunft holen, dann könne Wien als Musikhauptstadt auch wieder im internationalen Vergleich überzeugen.

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