Der Ziehweg ist ein Garant für das Kinder-Skiglück

© Halbhuber Axel

ngen
02/25/2021

Wieso der Ziehweg Skikinder so fasziniert

Wer seine Kinder vom Skifahren begeistern will, sollte sich offenbar ein Gebiet mit Ziehwegen suchen.

von Axel Halbhuber

Geht es nach Kindern, hängt die Bewertung jedes Skigebietes von der Quantität und Qualität der dort vorhandenen Ziehwege ab. Für Erwachsene sind diese zugeschneiten Forststraßen, die im Winter als Umfahrung einzelner Skihänge dienen, mindere Pisten, immer in Blau markiert und nur dann akzeptabel, wenn der zu umfahrende Hang wirklich steil oder gegen Liftschluss schon zusammengerutscht ist. Oder gesperrt. Ansonsten meidet jeder stolzbrüstige Skifahrer diese Ausweichautobahnen.

Aber Kinder haben eben einen besseren Blick für die zauberhaften Details in der Welt, also sehen sie auch in Ziehwegen mehr: Zum Beispiel die kleinen Spuren, die hangaufwärts vom Ziehweg in den Wald führen und zu Miniabenteuern laden. Oder die unregelmäßigen und rückenunfreundlichen Schanzen, die sich auf diesen Wegen bilden. Und die möglichen Abkürzer bei den typischen 180-Grad-Kurven. Nicht zuletzt wissen Kinder die Zweitbestimmung der Ziehwege zu schätzen: die Rodelbahnnutzung.

Das Lachtal

Das Lachtal im steirischen Bezirk Murau liegt selbst vor den Massen versteckt und ist auch eine Art Mini-Abenteuer, man kann sagen: Das Lachtal ist der Ziehweg unter den ernst zu nehmenden Skigebieten.

Logischerweise verfügt es daher auch über die besten Ziehwege der Alpen, nämlich nicht nur unter der Baumgrenze, sonder auch die Spezialform des Höhenziehwegs, der am Grat entlangführt, durch Schneeverwehungen garniert ist und von dem aus man immer in einen Tiefschneehang hinunterstechen kann. Kinder von fortgeschrittener Anfänger bis beginnender Pistensau fahren hier vom Liftausstieg weg ihre Rennen, probieren sich in der Hocke und stechen eben in den Tiefschneehang – wenn auch nicht immer freiwillig.

Es sind aber nicht nur die Ziehwege, wegen deren das Lachtal generell für Kinderskigebiete Modell stehen könnte. Da ist auch noch das vielleicht beste Zauberteppichareal des Landes. Diese Hybridpisten, wo Kinder rutschen und Erwachsene neben ihnen laufen (im Lachtal sah der Autor sogar Ex-Bundeskanzler Schüssel mit Enkerl am Zauberteppich, sehr sportlich, der Schüssel), müssen ja eine ausgefeilte Kombination aus Hangneigung und Spaßfaktor bieten. Jenes im Lachtal ist nicht nur perfekt geformt (unten flacher, oben bissi steiler), sondern hat sogar zwei Lifte (unten Förderband, oben Bügellift) und besonders tolle Schaumstofffiguren (unten weiter gesetzt, oben Slalomabstand).

Und während man hier die vierjährige Tochter mit „Schau jetzt zum Biber“ und „Jetzt fahr zum Hirsch rüber“ zum Skifahren überredet, düst derweil der sechsjährige Sohn schon alleine mit dem nebengelegenen Teller- und Schlepplift. Die sind nämlich so angelegt, dass Kinder rasch selbstständig damit zurechtkommen. Und den ganzen Tag alleine zu „den allerbesten Schanzen neben dem Ziehweg“ kommen. Kinderglück im Renntempo.

Top 3

Skigebiet Der Kreischberg (gehört mit Lachtal zusammen), sperrt wegen Bau einer 10er-Gondelbahn schon am 28. 2. zu, das Lachtal bleibt bis Ostern  geöffnet. Von Wien ist man in 2,5 Stunden dort. lachtal.at
Programm Neben Ski fahren gibt es eine (abends beleuchtete) Rodelbahn und einen Winterwanderweg
Langlauf Die Rundloipe am Reifboden ist zwar mit 2,5 km klein, aber extrem idyllisch gelegen – und gratis

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